AUFBiber

Biber

Biber sind auch im Landkreis Dachau ansässig

Ende des 19. Jahrhunderts war er nahezu ausgerottet. Mittlerweile ist der Biber wieder zu einem Bestandteil der bayerischen Kulturlandschaft geworden und genießt besonderen Schutz, so dass Vertreibung, Fang oder Bejagung verboten sind. So wie in den letzten Jahren der bayerische Biberbestand angestiegen ist, ist auch im Landkreis Dachau eine Ausbreitung des Biberbestandes festzustellen. Das Landratsamt geht davon aus, dass der Biber flächendeckend im Landkreis verbreitet ist und alle wichtigen Fluss- und Bachläufe besiedelt hat.
Der Europäische Biber (Castor fiber Linnaeus) erreicht eine Körperlänge bis zu 1,30 m, wovon auf den abgeflachten, beschuppten Schwanz, die sog. Biberkelle, bis zu 30 cm entfallen können. Sein Gewicht beträgt bei ausgewachsenen Tieren bis zu 30 kg.
Biber leben in Einehe. Das Revier einer Biberfamilie, die aus dem Elternpaar und zwei Generationen von Jungtieren besteht, umfasst je nach der Qualität des Lebensraumes 1 bis 3 km Fließgewässerstrecke. Die Reviergrenzen werden mit dem sog. Bibergeil, einem öligen Sekret aus einer Drüse im Afterbereich, markiert und gegen Eindringlinge verteidigt.
Nach erfolgreicher Paarungszeit von Januar bis März, bringt das Weibchen nach einer Tragzeit von etwa 105 Tagen gewöhnlich zwei bis drei behaarte Junge zur Welt, die von Geburt an sehen können. Die jungen Biber werden bis zu zwei Monate lang von ihrer Mutter gesäugt und leben die ersten beiden Jahre im Familienbund. Als halbwüchsige Zweijährige werden sie nach dem Winter von den Eltern aus dem Revier vertrieben und können dann auf Revier- und Partnersuche über 100 Kilometer weit wandern. Biber sind nachtaktiv. Besonders im Frühjahr müssen daher auch Autofahrer gerade nachts damit rechnen, dass Jungbiber bei ihrer Reviersuche entlang von Fluss- und Bachläufen Straßen queren.
Als reine Pflanzenfresser müssen sich Biber je nach Jahreszeit dem unterschiedlichen Nahrungsangebot anpassen: Im Sommerhalbjahr besteht die Kost überwiegend aus Gräsern, Kräutern und Wasserpflanzen, wobei in Gebieten mit landwirtschaftlicher Nutzung zusätzlich Mais, Rüben und Getreide gefressen werden. Im Winterhalbjahr dagegen stellt sich der Biber auf die Rinde und Zweige der stehenden oder von ihm gefällten Bäume um. Gefällte Bäume sollten daher auch als Nahrungsvorrat liegen bleiben. Er frisst aber auch Wurzeln von Wasser- und Uferpflanzen.
Durch die Fähigkeit Burgen und Dämme anzulegen, kann "Meister Bockert" Lebensräume zu seinem Vorteil gestalten und dadurch auch wasserarme Areale besiedeln. Im Biberrevier befinden sich in der Regel zwei bis vier Wohnbaue unterschiedlichster Form: Vom einfachen Erdbau, von Flucht- und Freßröhren bis hin zur klassischen Biberburg. Der Eingang zum Wohnkessel ist immer unter dem Wasserspiegel, der Wohnkessel selbst, eine gegen Wärme und Kälte gut isolierte Behausung mit einem Durchmesser bis zu 120 cm und einer Höhe bis zu 60 cm, liegt über Wasser.
Bedingt durch seine Lebensweise beansprucht der Biber ufernahe Bereiche unserer Gewässer. Konflikte können sich dadurch gerade mit land- und forstwirtschaftlichen Nutzungen innerhalb der vom Biber bewohnten Uferstreifen ergeben. So kann es hier zu Fraßschäden an Gehölzen und Feldfrüchten oder auch einem Einbrechen in vom Biber gegrabene Erdgänge kommen. Ein Großteil möglicher Konflikte mit land- und forstwirtschaftlichen Nutzungen kann aber vermieden werden, wenn an den besiedelten Bach- und Flußläufen angemessene Brach- und Grünlandstreifen angelegt werden. Auch durch das Anpflanzen von für den Biber attraktiver Weichlaubhölzer an ufernahen Bereichen und das Pflanzen unattraktiver Esche, Schwarzerle oder Linde in uferferneren Bereichen kann Abhilfe gegen wirtschaftliche Schäden geschaffen werden. Entsprechende Abhilfemaßnahmen werden mit Finanzmitteln des Naturschutzes gefördert.

Sollten sich Konflikt mit dem Biber anbahnen, wird gebeten sich mit der unteren Naturschutzbehörde (Tel.: 08131/74-0) oder einem unserer neun örtlichen Biberbeauftragten in Verbindung zu setzen, um vor Ort nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen, die ein einvernehmliches Miteinander zwischen Mensch und Biber ermöglichen.

Folgende Ansprechpartner stehen Ihnen zur Verfügung:

 

Herr Stefan Allmann (Tel: 08136/6189)

für die Gemeinden Schwabhausen und südlicher Teil Markt Indersdorf

 

Herr Johann Fritz (Tel: 08131/81931) und Herr Oswald Müller (Tel.: 089/69922-238 bzw. 08131/505107)

für die Gemeinden Karlsfeld, Stadt Dachau

 

Frau Barbara Karcher  (Tel: 08131/666011)

für die Gemeinden Haimhausen, Hebertshausen und Röhrmoos

 

Herr Michael Keller (Tel: 08254/1320)

für die Gemeinden Altomünster und Erdweg

 

Herr Josef Nagl (Tel: 08250/433)

für die Gemeinden Hilgertshausen-Tandern und Petershausen 

 

Herr Lorenz Wittmann (Tel: 08254/2171)

für die Gemeinden Odelzhausen, Pfaffenhofen/Glonn und Sulzemoos

Herr Günter Schön (Tel: 08136/998100)

für die Gemeinden Vierkirchen und nördl. Teil Markt Indersdorf

Herr Dr. Jürgen Sedlaczek (Tel.: 08136/808732)
für die Gemeinden Bergkirchen und Weichs

Nur wenn Konflikte nicht anders zu lösen und erhebliche Schäden zu befürchten sind, kann im Einzelfall auf Antrag Fang und Tötung eines Bibers von der unteren Naturschutzbehörde zugelassen werden. Eine Meldung an das Landratsamt ist auch erforderlich, wenn ein toter oder verletzter Biber aufgefunden wird.

 

Mehr Infos finden hier:

 






Anschrift

Landratsamt Dachau
Weiherweg 16
85221 Dachau
Telefon: 08131 / 74-0
Fax: 08131 / 74-374
E-Mail: naturschutzbehoerde@lra-dah.bayern.de

Öffnungszeiten

Mo-Fr: 8.00 - 13.00 Uhr
Do: 14.00 - 18.00 Uhr

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