Landratsamt Dachau

Blauzungenkrankheit

Die Blauzungenkrankheit oder Bluetongue (BT) ist bis 2006 in Deutschland noch nie aufgetreten, in Südeuropa kam es jedoch in den früheren Jahren immer wieder zu Ausbrüchen. Im August 2006 wurde in Deutschland der erste Fall von Blauzungenkrankheit des Serotyps 8 (BTV-8) festgestellt. Trotz Behandlung der Tiere mit Insektiziden oder Handelsbeschränkungen breitete sich die Tierseuche rasant in ganz Deutschland und den Nachbarstaaten aus. Erst mit der ab Mai 2008 begonnenen Pflichtimpfung ging die Anzahl der festgestellten Neuinfektionen stetig und rapide zurück. Im Jahr 2010 wurde kein einziger Fall mehr festgestellt, deshalb wurde die Impfung gegen die Blauzungenkrankheit 2010 auf freiwillige Basis umgestellt. Seit 2012 war Deutschland anerkannt BT-frei. Seit Beginn 2016 breitet sich die anzeigepflichtige Tierseuche in Frankreich (BTV-8) aus, ein Serotyp 4 (BTV-4) breitet sich vom Balkan über Rumänien, Ungarn, Slowenien und Österreich nach Nordwesten aus.

Mit Allgemeinverfügung vom 24.05.2016 hat das Landratsamt Dachau die freiwillige Impfung von empfänglichen Tieren im Landkreis Dachau gegen die Blauzungenkrankheit genehmigt (siehe Anlage). 

Bei der Blauzungenkrankheit handelt es sich um eine Virusinfektion, die ausschließlich durch Insekten übertragen wird, nicht durch Tierkontakt. Ursache ist ein Orbivirus, von dem 24 Serotypen bekannt sind, die unterschiedliche Virulenz und Verbreitung aufweisen. Die natürliche Übertragung erfolgt nur durch biologische Vektoren (verschiedene Mückenarten,  hauptsächlich Culicoides-Arten, auf Deutsch Gnitzen). Warmes und feuchtes Klima begünstigt das Überleben der Mücken und fördert deren explosionsartige Vermehrung (Globale Erwärmung). Mücken können auch durch starke Winde über weite Strecken aus Endemiegebieten in noch nicht befallene Gebiete transportiert werden. Infizierte, aber nicht erkrankte Tiere können eine über Wochen andauernde Virämie (beim Rind bis zu 6 Wochen) aufweisen und so ein Virusreservoir bilden. Auch im Vektor (Mücken) findet eine effektive Virusvermehrung statt.     

In der Regel entwickeln sich nur bei Schafen schwere klinische Symptome. Eine schwere Allgemeinerkrankung mit hoher Mortalität (ca. 30 %) tritt dabei vor allem bei europäischen Schafrassen auf. Verschiedene Haus- und Wildwiederkäuerrassen sind zwar empfänglich für die Infektion, sie verläuft jedoch meist klinisch unauffällig. Bei dem Seuchengeschehen des Serotyp 8 sind überraschenderweise überwiegend Rinder mit schweren klinischen Symptomen betroffen, daneben auch Schafe sowie Wildwiederkäuer. Die Inkubationszeit beträgt 3 -15 Tage. Die Tierseuche äußert sich mit Fieber, Apathie, geröteten und geschwollenen Mundschleimhäuten und starkem Speichelfluss. 8 - 10 Tage nach der Infektion können die Tiere sterben. Die typischerweise auftretende Blaufärbung der Zunge hat der Krankheit ihren Namen gegeben. 

Für Menschen ist die Tierseuche ungefährlich. Fleisch- und Milchprodukte können bedenkenlos verzehrt werden.

Zur Bekämpfung eines möglichen Ausbruchs sind strenge Maßnahmen festgelegt, da jeder Ausbruch eine ernste Gefahr für die Tierhaltung in der betroffenen Region darstellt. Unter Berücksichtigung der geographischen, klimatischen und epizootiologischen Bedingungen sind ein Gefährdungsgebiet mit einem Radius von mindestens 20 km, ein Sperrgebiet mit einem Radius von mindestens 100 km sowie ein Beobachtungsgebiet von weiteren 50 km festzulegen. Aus diesen Gebieten heraus dürfen Wiederkäuer nicht bzw. nur unter Auflagen verbracht werden. Innenhalb der Gebiete gelten u.a. besondere Untersuchungspflichten. Eine Tötung erkrankter Tiere ist nicht notwendig, außer aus Tierschutzgründen. Um die Tiere zu schützen, sollten Wiederkäuer in Gebieten, in denen die Blauzungenkrankheit vorkommt, aufgestallt werden. Soweit eine Aufstallung nicht möglich ist, ist eine Behandlung mit Insektiziden/Repellentien erforderlich.

Merkblatt

allgemeiner Hyperlink

Für Sie zuständig

AnsprechpartnerTelefonTelefaxZimmerE-Mail
Bürgertelefon
08131/74-144608131/7411723krisenzentrum@lra-dah.bayern.de

Anschrift

Landratsamt Dachau

Bürgermeister-Zauner-Ring 11

85221 Dachau

Adresse in Google Maps anzeigen

Telefon: 08131 / 74-0

Fax: 08131 / 74-374

E-Mail: poststelle@lra-dah.bayern.de

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag 08.00 - 12.00 Uhr,
Donnerstag 14.00 - 18.00 Uhr,
und nach telefonischer Vereinbarung.

Bitte beachten Sie Änderungen
unter "Aktuelle Nachrichten"

So können Sie die Schriftgröße anpassen:

Halten Sie die Strg-Taste gedrückt und drehen Sie am Rad Ihrer Maus.

oder

Zum Vergrößern: Drücken Sie die Strg-Taste und gleichzeitig +.
Zum Verkleinern: Drücken Sie die Strg-Taste und gleichzeitig -.