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Information zur aktuellen Entwicklung der Corona Pandemie im Landkreis Dachau – 19.11.2021

19.11.2021 + Bund ändert Infektionsschutzgesetz; neue Maßnahmenregelungen verabschiedet + Gesundheitsämter fokussieren sich auf besondere Gruppen und bittet Infizierte um Mithelfe bei der Kontaktbenachrichtigung + zusätzliche Impfangebote ab Dezember + Weiterhin kritische Lage in den Krankenhäusern + Einige Verstöße gegen die Coronaauflagen

Corona-Virus

Noch nie war die Inzidenz der Corona-Infizierten so hoch, wie in dieser 4. Welle. Am heutigen Freitag, den 19.11.2021 hat nun auch der Landkreis Dachau die 500er-Marke überschritten. Die Inzidenz liegt heute bei knapp 540 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten 7 Tage; bayernweit liegt die Inzidenz bei 625, deutschlandweit bei 340.

Vor diesem Hintergrund hat der Bundestag diverse Neuregelungen beschlossen, die als neuen Maßstab für Maßnahmen und Beschränkungen insb. auf die Hospitalisierungsrate Bezug nimmt.

Die relevanten Grenzwerte liegen bei 3, 6 und 9; deutschlandweit lag die Hospitalisierungsrate gestern bei 5,3, in Bayern bei 8,65; jeweils aber mit deutlich steigender Tendenz. Dies bedeutet, dass nach In-Kraft-Treten des neuen Infektionsschutzgesetztes bundesweit 2G bzw. 2G+ gilt, wobei die Bayerische Staatsregierung bereits zusätzliche Maßnahmen (z.B. mit Blick auf Großveranstaltungen, Diskotheken und Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte) angekündigt hat. Auch in der Bahn sowie im öffentlichen Personennahverkehr wird 3G eingeführt. Ergänzend ist nun auch eine bundesweite Impfpflicht für Pflegekräfte vorgesehen.

Die Gesundheitsämter müssen aufgrund der hohen Fallzahlen in ihrer Arbeit auch mehr und mehr auf die Eigenverantwortung der Bürger:innen setzen. Aufgrund der hohen täglich gemeldeten Zahl an Neuinfizierten fokussiert sich die Arbeit des CTT vorrangig auf vulnerable Gruppen, wie zum Beispiel Fälle in Senioren- oder Pflegeheimen und auf die Kontaktnachverfolgung von Coronafällen in Schulen und Kindertagesstätten sowie die Haushaltsmitglieder. Infizierte Personen werden gebeten, ihre weiteren Kontaktpersonen selbst zu benachrichtigen. Enge Kontaktpersonen können sich unter www.landratsamt-dachau.de/selbstmelder registrieren und erhalten damit auch eine automatisierte Quarantäne-Bescheinigungen sowie weiteren Informationen, die sie für eine Quarantäne von 7 Tagen benötigen.

Das Impfinteresse ist in den letzten 10 Tagen massiv gestiegen. Neben den im Sommer und Herbst noch nicht angenommen Drittimpfungen wollen nun auch sehr viele Bürger:innen erfreulicherweise doch noch eine Erst- bzw. Zweitimpfung erhalten. Außerdem empfiehlt die STIKO seit gestern eine Auffrischungsimpfung für alle bereits ab 18 Jahren. Die Bayerische Staatsregierung hat des Weiteren den Zeitintervall für die Dritt- bzw. Boosterimpfung von 6 auf 5 Monate verkürzt. Dies stellt alle im Landkreis Dachau impfenden Stellen vor eine besondere Herausforderung, insbesondere für die kommenden Monate Dezember und Januar. Neben den geplanten Kapazitätserhöhungen arbeiten zur Zeit alle Stellen an der Schaffung weiteren Impfmöglichkeiten:

Ab 7. Dezember soll es auf dem Parkplatz am Karlsfelder See ein „Drive-Through“-Impfangebot geben. Das Impfzentrum am Rotkreuzplatz in Dachau wird voraussichtlich ab Anfang Januar reaktiviert. Bis dahin sollen im Dezember diverse Sonderimpfangebote organisiert werden, beispielsweise durch die Gemeinden und niedergelassenen Ärzte in Hebertshausen und Sulzemoos, ggf. auch wieder in der Realschule Dachau. Auch die niedergelassenen Ärzte und impfenden Praxen erhöhen ihre Kapazitäten nochmals deutlich.

Zur Koordination und um unnötige Wartezeiten zu minimieren sind Impfungen ausschließlich nach vorheriger Terminvereinbarung möglich. Auffällig ist bei allen Stellen, dass viele Personen aus der Landeshauptstadt München die (zusätzlichen) Impfangebote buchen. Einige der Sondertermine im Dezember sollen daher speziell für ältere Personen mit Wohnsitz im Landkreis Dachau angeboten. Details hierzu werde zeitnah bekannt gegeben.

Landrat Stefan Löwl zeigt sich mit Blick auf die Impfungen optimistisch: „Nahezu überrollt von den dramatischen Entwicklungen in den letzten Wochen sowie den verschiedenen Änderungen der Impfberechtigung und -empfehlung, zeigt sich wieder einmal, wie engagiert, innovativ und zielgerichtet unsere Ärzte, Impfteams und alle ehrenamtlich Akteure im Landkreis Dachau sind. Mit täglich ändernden Vorgaben versuchen alle, auf die explodierende Nachfrage an Impfungen mit unterschiedlichen Angeboten zu reagieren und diese mit kurzem Vorlauf umzusetzen, sodass jeder Impfwunsch – egal ob Erst-, Zweit oder Drittimpfung – im Dezember und Januar erfüllt werden kann.“

Weniger optimistisch bewertet Landrat Stefan Löwl die Entwicklungen in den Krankenhäusern. In ganz Bayern, speziell jedoch hier in Oberbayern, sind die Kliniken bereits an, wenn nicht sogar schon über der Belastungsgrenze. Im Helios Amper-Klinikum Dachau werden inzwischen wieder alle 12 planmäßigen Intensivbetten und 14 IMV-Betten betrieben. Das dafür nötige Fachpersonal muss aus anderen Bereichen abgezogen werden. Die Regierung von Oberbayern hat daher heute für alle größeren Kliniken in Oberbayern angeordnet, alle planbaren Operationen – soweit medizinisch vertretbar – zu verschieben. Trotzdem wird sich die Lage weiter verschärfen, da die Pandemieentwicklung sich immer erst 1-2 Wochen nach der Infektion im Krankenhaus und sogar erst 3 Wochen später auf den Intensivstationen abbildet. „Hier haben wir schwere Wochen vor uns,“ prognostiziert Landrat Stefan Löwl im Nachgang zu einer Krisenbesprechung der oberbayerischen Landräte mit der Regierung von Oberbayern.

Gemeinsam mit der Stadt Dachau sowie den übrigen Gemeinden im Landkreis und unterstützt durch die Polizeiinspektion Dachau hat das Landratsamt Dachau in der letzten Woche zahlreiche Kontrollen der Coronaregelungen durchgeführt. Ein Schwerpunkt lag auf den Zugangskontrollen der 3G- bzw. 2G-Nachweise sowie der FFP2-Maskenpflicht in den zugangsbeschränkten Einrichtungen. Die überwiegende Mehrheit der kontrollierten Gaststätten, Hotels, Kinos, Veranstalter und Fitnessstudios hält sich an die rechtlichen Vorgaben. Leider gab es aber auch zahlreiche Verstöße. Bei den anlassunabhängigen Kontrollen des Landratsamtes lag die Beanstandungsquote bei 25%. Die Kontrollen werden in den kommenden Tagen fortgeführt und nochmals intensiviert.

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