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§§ 8a, 8b Kindeswohlgefährdung

Das Kindeswohl schützen und sichern

Damit Kinder und Jugendliche sich gut entwickeln und gesund und behütet heranwachsen können, unterstützen und beraten wir Familien.

Wir bieten Beratung und Hilfen zur Erziehung bei familiären Risikofaktoren, Belastungen und Überforderungssituationen. Im Rahmen unseres gesetzlichen Schutzauftrages gehen wir allen Hinweisen auf eine mögliche Kindeswohlgefährdung nach. Dabei sind wir auf aussagekräftige und klare Meldungen angewiesen.

Zur Sicherstellung des Kinderschutzes arbeiten wir eng mit anderen Institutionen und Behörden zusammen.

§ 8a SGB VIII Kindeswohlgefährdung

Sozialgesetzbuch - Achtes Buch - Kinder- und Jugendhilfe - § 8a Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung

(1) Werden dem Jugendamt gewichtige Anhaltspunkte für die Gefährdung des Wohls eines Kindes oder Jugendlichen bekannt, so hat es das Gefährdungsrisiko im Zusammenwirken mehrerer Fachkräfte einzuschätzen. Soweit der wirksame Schutz dieses Kindes oder dieses Jugendlichen nicht in Frage gestellt wird, hat das Jugendamt die Erziehungsberechtigten sowie das Kind oder den Jugendlichen in die Gefährdungseinschätzung einzubeziehen und, sofern dies nach fachlicher Einschätzung erforderlich ist, sich dabei einen unmittelbaren Eindruck von dem Kind und von seiner persönlichen Umgebung zu verschaffen. Hält das Jugendamt zur Abwendung der Gefährdung die Gewährung von Hilfen für geeignet und notwendig, so hat es diese den Erziehungsberechtigten anzubieten.

Haben Sie Hinweise oder Informationen über Handlungen gegen Kinder und Jugendliche oder Lebensumstände, die das akute Wohl des Kindes oder Jugendlichen gefährden?

Dann wenden Sie sich bitte während der Geschäftszeiten (Montag bis Mittwoch 8.00 Uhr – 17.00 Uhr, Donnerstag, 08.00 Uhr – 18.00 Uhr, und Freitag 8.00 Uhr bis 12.00 Uhr) direkt an die Telefonnummer (08131)74-1200 oder melden dies per Fax (08131) 74-1203. Wir möchten Sie darauf hinweisen von einer Meldung per Email abzusehen, da eine akute Meldung unmittelbar an den zuständigen Mitarbeiter weitergeleitet und bearbeitet werden muss.

Außerhalb der o.g. Dienstzeiten möchten wir Sie bitten, sich in diesen Fällen direkt an die Polizei unter der 110 zu wenden. Diese leiten alle weiteren erforderlichen Schritte in die Wege.

Vereinbarung zur Sicherstellung des Schutzauftrags nach § 8a SGB VIII

Als letztverantwortlicher Gewährleistungsträger hat das Jugendamt durch spezielle Vereinbarungen mit Trägern von Einrichtungen und Diensten sicherzustellen, dass deren Fachkräfte den Schutzauftrag gemäß § 8a SGB VIII wahrnehmen. Auf Basis der gesetzlichen Grundlagen sind die freien Träger in der Mitverantwortung für den Schutz von Kindern und Jugendlichen. Die in der Vereinbarung aufgeführten Punkte stellen einen verbindlichen Rahmen und Ablauf zur Sicherstellung des Kindeswohls dar.

  1. Wer ist Ansprechpartner bei Fragen zu Kindeswohlgefährdung?
    Wenn Sie Hinweise haben oder Informationen erhalten über Handlungen gegen Kinder und Jugendliche oder Lebensumstände, die das akute Wohl des Kindes oder Jugendlichen gefährden, ist der allgemeine Sozialdienst (ASD) für Sie zuständig.

    Alle Personen, die beruflich mit Kindern und Jugendlichen in Kontakt stehen, haben einen Rechtsanspruch auf Beratung. Bei Fragen zu einem speziellen Fall in Ihrer Praxis oder Beratungsstelle (bei vermuteter Kindeswohlgefährdung), wenden Sie sich bitte an eine der folgenden Telefonnummern: (08131) 74-1284, -85 oder -86.

  2. Was genau ist die insoweit erfahrene Fachkraft (ISEF) und was macht diese?
    Eine ISEF ist im Zusammenwirken mehrerer Fachkräfte beratend bei der Gefährdungseinschätzung tätig.
    Die Aufgabe besteht darin, im Einzelfall die Anhaltspunkte zu bewerten und die fallzuständige Fachkraft zu beraten, inwieweit eine Kindeswohlgefährdung angenommen werden kann, zu prüfen, ob weitere Informationen erhoben werden müssen, ob und wie die Erziehungsberechtigten sowie das Kind oder bzw. die Jugendliche in die Gefährdungseinschätzung einbezogen werden können, welche Ressourcen in der Familie oder deren Umfeld zum Schutz des Kindeswohls zur Verfügung stehen.
  3. Was bedeutet die Formulierung „Qualifizierung durch nachgewiesene Fortbildung“ in der Vereinbarung zur Sicherstellung des Schutzauftrages nach § 8 a SGB VIII?
    Die Fachkraft muss eine Fortbildung im Bereich Kinderschutz nachweisen. Es ist jedoch keine spezielle Fortbildung vorgeschrieben. Diese muss je nach Aufgaben- und Einsatzgebiet entsprechend konkretisiert werden (Schulung mit konkretem Inhalt zu den Themen bzw. Qualifizierung einer ISEF). Ein Zertifikat ist nicht notwendig.

  4. Muss meine Einrichtung selbst eine ISEF suchen und beauftragen?
    Ja, sie als Träger / Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe haben sicherzustellen, dass bei Bedarf auf eine insoweit erfahrene Fachkraft zugegriffen werden kann. Zusammen mit dieser klären Sie alle weiteren Schritte und inhaltlichen Fragen. Die ISEF kann aus dem eigenen Trägerverbund kommen oder die Leistungen werden über eine Vereinbarung mit einem externen Anbieter sichergestellt.

  5. Gibt es eine Möglichkeit der Refinanzierung bestimmter Kosten, die im Zusammenhang mit der ISEF anfallen?
    Eine Refinanzierung, z.B. durch das Jugendamt, erfolgt nicht.

  6. „Ich habe Fragen zu einer individuellen Rahmenvereinbarung bzw. Vereinbarung mit dem Jugendamt. An wen wende ich mich?“
    Dieses Thema ist nicht Inhalt der Informationsveranstaltung zur Sicherstellung des Schutzauftrages nach § 8 a SGB VIII und muss in einem persönlichen Gespräch mit der Leitung thematisiert werden. Schreiben Sie uns dazu gerne eine E-Mail unter jugendamt@lra-dah.bayern.de

  7. Wo finde ich die Vereinbarung zur Sicherstellung des Schutzauftrages nach § 8 a SGB VIII?

Sozialgesetzbuch - Achtes Buch - Kinder- und Jugendhilfe - § 8a Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung

(4) In Vereinbarungen mit den Trägern von Einrichtungen und Diensten, die Leistungen nach diesem Buch erbringen, ist sicherzustellen, dass

  1. deren Fachkräfte bei Bekanntwerden gewichtiger Anhaltspunkte für die Gefährdung eines von ihnen betreuten Kindes oder Jugendlichen eine Gefährdungseinschätzung vornehmen,
  2. bei der Gefährdungseinschätzung eine insoweit erfahrene Fachkraft beratend hinzugezogen wird sowie
  3. die Erziehungsberechtigten sowie das Kind oder der Jugendliche in die Gefährdungseinschätzung einbezogen werden, soweit hierdurch der wirksame Schutz des Kindes oder Jugendlichen nicht in Frage gestellt wird.

In die Vereinbarung ist neben den Kriterien für die Qualifikation der beratend hinzuzuziehenden insoweit erfahrenen Fachkraft insbesondere die Verpflichtung aufzunehmen, dass die Fachkräfte der Träger bei den Erziehungsberechtigten auf die Inanspruchnahme von Hilfen hinwirken, wenn sie diese für erforderlich halten, und das Jugendamt informieren, falls die Gefährdung nicht anders abgewendet werden kann.

§ 8b Abs. 1 SGB VIII - Fachliche Beratung und Begleitung zum Schutz von Kindern und Jugendlichen

Sozialgesetzbuch - Achtes Buch - Kinder- und Jugendhilfe - § 8b Fachliche Beratung und Begleitung zum Schutz von Kindern und Jugendlichen

(1) Personen, die beruflich in Kontakt mit Kindern oder Jugendlichen stehen, haben bei der Einschätzung einer Kindeswohlgefährdung im Einzelfall gegenüber dem örtlichen Träger der Jugendhilfe Anspruch auf Beratung durch eine insoweit erfahrene Fachkraft.

(2) Träger von Einrichtungen, in denen sich Kinder oder Jugendliche ganztägig oder für einen Teil des Tages aufhalten oder in denen sie Unterkunft erhalten, und die zuständigen Leistungsträger, haben gegenüber dem überörtlichen Träger der Jugendhilfe Anspruch auf Beratung bei der Entwicklung und Anwendung fachlicher Handlungsleitlinien

  1. zur Sicherung des Kindeswohls und zum Schutz vor Gewalt sowie
  2. zu Verfahren der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an strukturellen Entscheidungen in der Einrichtung sowie zu Beschwerdeverfahren in persönlichen Angelegenheiten.

Rechtsanspruch auf Beratung

Der § 8b des SGB VIII und das Bundeskinderschutzgesetz beziehen sich auf den Schutzauftrag bei vermuteter Kindeswohlgefährdung. Alle Personen, die beruflich mit Kindern und Jugendlichen in Kontakt stehen (siehe § 4 Abs.1 (KKG), haben daher einen Rechtsanspruch auf Beratung durch eine "insofern erfahrene Fachkraft" (ISEF). Aufgabe der ISEF ist die Beratung und Begleitung von HelferInnen in der Umsetzung des Schutzauftrages.

Haben Sie Fragen zu einem speziellen Fall in Ihrer Praxis oder Beratungsstelle?

Dann wenden Sie sich bitte während der Geschäftszeiten (Montag bis Mittwoch 8.00 Uhr – 17.00 Uhr, Donnerstag 08.00 Uhr – 18.00 Uhr, und Freitag 8.00 Uhr bis 12.00 Uhr) an folgende Kontaktpersonen:

Name Telefon Telefax Zimmer E-Mail
Anthofer
(08131) 74-1284 (08131) 74-1288 Augsburger Str. 61 jugendamt@lra-dah.bayern.de
Hübner
(08131) 74-1286 (08131) 74-1288 Augsburger Str. 61 jugendamt@lra-dah.bayern.de
Wäsler
(08131) 74-1285 (08131) 74-1288 Augsburger Str. 61 jugendamt@lra-dah.bayern.de
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Bei akutem Beratungsbedarf können Sie sich an uns unter der Telefonnummer (08131) 74-1200 wenden.

Hier finden Sie uns

Landratsamt Dachau, Amt für Jugend und Familie

Bürgermeister-Zauner-Ring 5
85221 Dachau
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Telefon: (08131) 74-1200
Fax: (08131) 74-1203

Öffnungszeiten

Montag: 08:00 - 12:00 Uhr
Dienstag: 08:00 - 12:00 Uhr
Mittwoch: 08:00 - 12:00 Uhr
Donnerstag: 08:00 - 12:00 Uhr und
14:00 - 18:00 Uhr
Freitag: 08:00 - 12:00 Uhr