Ortsansicht Mariabrunn


Am Nordhang eines sanften Höhenzuges, ca. 8 km nordöstlich von Dachau, von drei Seiten her durch Wald eingesäumt, befindet sich der malerisch schöne Ausflugsort Mariabrunn. Der Besucher findet dort nicht nur das efeuumrankte Brunnenhäuschen aus vergangenen Tagen, auch die von der Familie Breitling liebevoll gepflegte Kapelle und das gemütliche Gasthaus laden zum Besuch ein. Die Kapelle erfreut sich eines regen Zuspruches für Taufen und Eheschließungen. Die Fatima-Gottesdienste von Mai bis Oktober ziehen viele Gläubige an. Auch Bittgänge aus der näheren Umgebung haben häufig das romantische Mariabrunn zum Ziel. Wandert man auf einem von Getreidefeldern umgebenen Feldweg von Mariabrunn aus noch einige hundert Meter südwärts, so kommt man an den Beginn eines langgezogenen Abhanges. Von hier aus hat man einen guten Ausblick. Neben der näheren Umgebung sieht man an föhnigen Tagen sogar die Alpenkette.
Geschichte von Mariabrunn


Über die Gründung ist z. Zt. wenig bekannt. 1662 beginnt für Mariabrunn eine sehr reichhaltige, aber auch eine von vielen Höhen und Tiefen berichtende Geschichte. Im Juli des Jahres 1662 arbeitet der Mochinger Bauer Stephan Schlairboeck im Wald beim heutigen Mariabrunn. Vom Durst geplagt sucht er eine kleine Quelle auf und trinkt daraus. Bald darauf ist er von seinem Leiden befreit, welches ihn vorher jahrelang p lagte. In großer Dankbarkeit bringt er bei der Quelle ein Marienbild an. Diese wundersame Heilung spricht sich bald in der ganzen Gegend herum und es kommen viele Leidende zur Quelle, in der Hoffnung, durch den Genuss des wundersamen Wassers gesund zu werden. Viele dieser Heilungssuchenden erfuhren eine Linderung ihrer Krankheit, manche wurden sogar völlig geheilt. Mariabrunn wurde zu einem Wallfahrtsort. Auch die Obrigkeit wurde auf die Heilungen von Mariabrunn aufmerksam. Kurfürst Ferdinand Maria ließ über den Kurfürstlichen Rat Teissingen aus Dachau die Quelle fassen, zudem ließ er eine Kapelle und ein Badehaus errichten. In den nächsten Jahren und Jahrzehnten war Mariabrunndann weit bekannt. Aber irgendwann muss dann ein Rückgang eingesetzt haben, denn 1846 wird berichtet, das Anwesen wird nicht mehr als Bad, sondern nur noch als Ökonomiegut betrieben. Ab 1863 kam Mariabrunn zu seinem größten Glanz, als es von der "Doktorbäuerin" Amalie Hohenester gekauft und betrieben wurde. Ihre Diagnosen, woher immer sie diese auch nahm, verblüfften die Heilungssuchenden. Mit verschiedenen Teesorten, Kräutern, Bädern und eingeschränktem Essen erzielte sie viele Heilungen. In den damaligen Gästebüchern sind Adelige und sonstige reiche Leute aus ganz Europa verzeichnet, entsprechend vergrößerte sich auch ihr Besitz. Sie führte ein sehr strenges Regiment, der behördlich vorgeschriebene Badearzt spielte ebenso wie ihr Mann nur eine untergeordnete Rolle. Trotz ihrer Strenge war sie aber sehr sozial eingestellt. Es gab damals noch keine staatlichen Versorgungskassen; wurde von ihren ca. 80 Angestellten jemand krank oder zu alt zum Arbeiten, so durfte er in Mariabrunn bleiben und wurde versorgt. Ein großes Bild in der Gastwirtschaft in Mariabrunn gibt heute noch Zeugnis von dieser erfolgreichen, aber auch etwas geheimnisumwitterten Frau. Bald nach ihrem plötzlichen Herztod im Jahre 1878 ging es mit der Anziehungskraft von "Bad Maria Brunn" und damit auch wirtschaftlich steil abwärts, Mariabrunn wurde versteigert. Bis zum Jahre 1907 folgten noch mehrere Besitzer, dann fing durch den 25-jährigen Brauer Heribert Breitling eine neue Ära an. 1912 baute er das neue Sudhaus und brachte den Betrieb wirtschaftlich wieder in die Höhe. 1950 übernahm der Sohn Herbert den Besitz. Zusammen mit seiner Frau Monika hat er den Betrieb weiter ausgebaut und liebevoll verwaltet. Er starb 1990, seine Frau sowie die Söhne Herbert und Florian führen nun Mariabrunn. Die Konkurrenz der Großbrauereien ist sehr groß. Viele kleine und mittlere Brauereien mussten in den letzten Jahrzehnten aufgeben. Hoffentlich kann Mariabrunn mit seinem schmackhaften, süffigen Bier dem harten Konkurrenzkampf auch zukünftig standhalten.