Ist die Vogelgrippe auch für andere Säugetiere und den Menschen gefährlich?
Für den Menschen besteht prinzipiell ein Infektionsrisiko durch hochpathogene aviäre Influenzaviren. Hierzu wäre allerdings ein intensiver Kontakt mit infiziertem Geflügel oder die Aufnahme nicht kontaminierter bzw. nicht durcherhitzter Lebensmittel nötig.
Der Krankheitsverlauf ist vielfältig und kann von milden Atemwegssymptomen und Bindehautentzündung bis hin zu sehr schweren oder sogar tödlichen Verläufen führen. Übertragungen von aviären Influenzaviren von Tieren auf den Menschen sind jedoch selten. Zu einer Weiterverbreitung durch Übertragungen von Mensch zu Mensch kommt es lediglich sehr selten (z. B. 2003 in den Niederlanden mit dem HPAI-Virus H7N7).
Eine Übertragung von Geflügelpestviren über Lebensmittel, die von infiziertem Geflügel gewonnen wurden, ist theoretisch denkbar, aber hierzulande unwahrscheinlich. Das Tierseuchenbekämpfungssystem in Deutschland trägt Sorge, das infiziertes Geflügel rasch identifiziert und Produkte infizierter Bestände nicht in Verkehr gebracht werden.
Es mehren sich weltweit Berichte über Infektionen bei Säugetieren. In erster Linie sind hierbei wildlebende Fleisch- und Aasfresser zu nennen, u. a. also Füchse, Otter, Robben, Bären und Katzen, aber auch in Pelztierfarmen und Milchkühen wurde das Virus nachgewiesen. In der Regel bleiben solche Infektionen aber Sackgassen für das Virus. Allerdings spielen Säugetiere, u. a. durch Anhaftung des Virus am Fell, bei der Verbreitung eine Rolle. Große Virusmengen können über die Milch infizierter Kühe ausgeschieden werden und somit auch in die Lebensmittelkette gelangen. In pasteurisierter Milch und Milchprodukten konnte allerdings kein infektiöses Virus nachgewiesen werden.