„Älterwerden im Dachauer Land“ gemeinsam gestalten
Das „Forum Älter werden – Netzwerk für Alter, Pflege & Teilhabe“ bringt Fachleute und Einrichtungen zusammen, stärkt die Zusammenarbeit und entwickelt gemeinsam Ansätze für die Unterstützung älterer Menschen und ihrer Angehörigen.
Bei der Vollversammlung am Donnerstag, den 22. Oktober standen unter anderem der Umgang mit kognitiven Einschränkungen und das Konzept der sorgenden Gemeinschaften im Mittelpunkt.
Wie kann das Älterwerden im Landkreis Dachau gut begleitet und gestaltet werden? Welche Unterstützung benötigen ältere Menschen, Pflegebedürftige und ihre Angehörigen? Und wie können gute Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit Menschen möglichst lange selbstbestimmt in ihrem vertrauten Umfeld leben können? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das „Forum Älter werden – Netzwerk für Alter, Pflege & Teilhabe“.
Das Netzwerk bringt die unterschiedlichen Akteure im Landkreis zusammen, die sich beruflich oder ehrenamtlich mit den Themen Alter, Pflege und Teilhabe befassen. Dazu gehören unter anderem Beratungsstellen, Pflegeeinrichtungen, soziale Organisationen und Selbsthilfegruppen. Ziel ist es, vorhandene Kompetenzen zu bündeln, Erfahrungen auszutauschen, Unterstützungsbedarfe zu erkennen und die Zusammenarbeit weiterzuentwickeln. Koordiniert und unterstützt wird das Netzwerk durch die Fachstelle Demografie Managen am Landratsamt Dachau.
Die inhaltliche Arbeit findet in thematischen Arbeitsgruppen statt. Sie befassen sich beispielsweise mit der Verbesserung von Schnittstellen und Öffentlichkeitsarbeit, der Stärkung des Ehrenamts sowie der Entwicklung sorgender Gemeinschaften. Eine Vollversammlung bringt die Netzwerkpartner regelmäßig zusammen und setzt wichtige inhaltliche Impulse. Der erweiterte Koordinationskreis sorgt dafür, dass die eingebrachten Themen aufgegriffen und ihre weitere Bearbeitung abgestimmt werden.
Landrat Stefan Löwl begrüßte die Teilnehmenden der diesjährigen Vollversammlung und unterstrich die Bedeutung einer guten Vernetzung angesichts der gesellschaftlichen und demografischen Herausforderungen: „Die Begleitung des Älterwerdens ist eine gemeinsame Aufgabe. Umso wichtiger ist es, dass die unterschiedlichen Akteure ihre Erfahrungen und Kompetenzen einbringen, voneinander lernen und gemeinsam Lösungen entwickeln.“
Mit einem neuen Namen „Forum Älter werden – Netzwerk für Alter, Pflege & Teilhabe“ trägt das Netzwerk dem Anspruch Rechnung, die vielfältigen Themen rund um das Älterwerden abzubilden. Die Weiterentwicklung der Netzwerkstruktur berücksichtigt auch Rückmeldungen der beteiligten Partner. Zu den Ergebnissen der bisherigen Netzwerkarbeit zählen unter anderem die Überarbeitung der Broschüre „Älter werden im Dachauer Land“, gemeinsame Aktivitäten zur besseren Sichtbarkeit des Ehrenamts sowie die Auseinandersetzung mit neuen Ansätzen zur Unterstützung im Wohnumfeld. Auch das Thema Demenz wird weiter vertieft: Auf Anregung der Arbeitsgruppe „Sorgende Gemeinschaften“ wurde die Einrichtung einer eigenen Arbeitsgruppe „Demenz in der Kommune“ auf den Weg gebracht.
Mehr Sicherheit in ungewohnten Situationen
Wie Menschen mit kognitiven Einschränkungen in einer fremden Umgebung besser unterstützt werden können, zeigten Iris Eschenberg-Weiss vom Fachteam Vorsorgeplanung des Franziskuswerks Schönbrunn und Dr. Björn Johnson von Helios Amper-Klinikum Indersdorf. Sie stellten den gemeinsam entwickelten Bogen „Ich bin hier fremd! Das brauche ich!“ vor.
Der Bogen hilft Betroffenen, ihre individuellen Bedürfnisse und hilfreiche Informationen für ungewohnte Situationen sichtbar zu machen. Damit kann er dazu beitragen, Unsicherheiten abzubauen und den Umgang mit Menschen mit kognitiven Einschränkungen insbesondere in einer fremden Umgebung zu erleichtern.
Der Bogen steht online zum Download bereit: „Ich bin hier fremd! Das brauche ich!“
Sorgende Gemeinschaften stärken die Unterstützung vor Ort
Einen Blick über die Landkreisgrenzen hinaus ermöglichte Pajam Rais-Parsi vom Landratsamt Landsberg am Lech. Er stellte das dortige PflegeNetz und das Projekt QuartierPflege vor. Beide Ansätze greifen die Idee der sogenannten sorgenden Gemeinschaften auf. Dahinter steht der Gedanke, dass Menschen, Einrichtungen und Unterstützungsangebote vor Ort besser zusammenwirken, um Pflegebedürftige und ihre Angehörigen zu entlasten.
Solche lokalen Netzwerke können dazu beitragen, Hilfen bedarfsgerecht zu organisieren, vorhandene Ressourcen zu nutzen und die Unterstützung im vertrauten Wohnumfeld zu stärken. Die vorgestellten Beispiele gaben zugleich Impulse für die weitere Arbeit der Arbeitsgruppe „Sorgende Gemeinschaften“ im Landkreis Dachau.
Weitere Informationen zum Projekt: QuartierPflege in Landsberg am Lech
Neben den fachlichen Beiträgen bot die Vollversammlung Gelegenheit zum persönlichen Austausch und zur Vernetzung. Das „Forum Älter werden“ versteht sich als Plattform, auf der unterschiedliche Perspektiven zusammengeführt, neue Ideen entwickelt und bestehende Kooperationen gestärkt werden.