Landkreis Dachau ist auf Zuweisungen von Geflüchteten vorbereitet
Seit gut einem Jahr sind dem Landratsamt Dachau keine neuen Geflüchteten oder Asylsuchende zugewiesen worden. Dies ändert sich nun: Für den 1. Oktober ist seitens der Regierung von Oberbayern die Ankunft eines Busses aus München mit bis zu 50 Personen angekündigt.
Die neu zugewiesenen Personen werden zunächst in der Erstaufnahmeeinrichtung in der Alten Römerstraße in Dachau untergebracht und anschließend auf die verschiedenen Unterkünfte im Landkreis verteilt.
Für die kommenden Monate sind weitere Zuweisungen durch die Regierung von Oberbayern vorgesehen; insgesamt könnten dem Landkreis Dachau bis zu 300 Personen zugewiesen werden.
Grundlage für die Verteilung ist der sogenannte Königsteiner Schlüssel. Dieser legt fest, welchen Anteil der nach Deutschland kommenden Schutzsuchenden die einzelnen Bundesländer und innerhalb Bayerns die jeweiligen Landkreise und kreisfreien Städte aufnehmen. Der Landkreis Dachau liegt derzeit unter seiner Aufnahmequote und muss – wie einige Quotenuntererfüllern – nach gut einem Jahr nun erstmals wieder mit Neuzuweisungen rechnen.
Die vergangenen Monate hat das Landratsamt Dachau daher genutzt, um bestehende Unterkünfte zu renovieren und neue Unterbringungsmöglichkeiten zu schaffen. Obwohl die Zahl der nach Deutschland kommenden Geflüchteten zuletzt stagnierte, war der Landkreis von der Regierung von Oberbayern weiterhin aufgefordert, die bestehenden Unterkunftskapazitäten zu erhalten bzw. zusätzliche Plätze aufzubauen.
„Die vergangenen Monate haben wir gezielt genutzt, um unsere Unterkünfte zukunftsfähig zu machen“, erklärt Landrat Stefan Löwl. „Neben der Schaffung zusätzlicher Kapazitäten wie beispielsweise in Markt Indersdorf wurden auch dringend notwendige Sanierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen an bestehenden Unterkünften durchgeführt.“
Aktuell befinden sich 1610 Personen in den vom Landratsamt im Auftrag des Freistaats Bayern betriebenen 42 Unterkünften; davon sind 1240 Personen sog. „Fehlbeleger“, also Personen, welche einen Aufenthaltsstatus haben, aber aufgrund des angespannten Wohnungsmarkts keine eigene Bleibe finden.
„Die Unterbringung von Geflüchteten ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Jeder Landkreis übernimmt dabei Verantwortung“, so Landrat Stefan Löwl. „Mit den nun anstehenden Zuweisungen kommen wir wieder näher an die für den Landkreis vorgesehenen Aufnahmezahlen.“
Gleichzeitig betont Löwl die Bedeutung der Zusammenarbeit vor Ort: „Ich danke dem gesamten Netzwerk für die gute Zusammenarbeit. Integration ist mehr als Unterbringung. Die Kommunen und die unterschiedlichen Akteure der Flüchtlingshilfe leisten hier eine unverzichtbare Arbeit.“
Insgesamt ist derzeit ein Anstieg bei den Zuzügen ukrainischer Kriegsflüchtlinge festzustellen. Ob und in welchem Umfang dieser Anstieg saisonal bedingt ist, bleibt abzuwarten.