Digitalisierung an Schulen

Der Landkreis Dachau ist grundsätzlich für die im Landkreis gelegenen Staatlichen Realschulen, Gymnasien, beruflichen Schulen sowie das Sonderpädagogische Förderzentrum zuständig. Er ist der sogenannte Sachaufwandsträger dieser Schulen.
Die Ausstattung dieser Schulen mit Hard- und Software wird laufend weiterentwickelt und verbessert. Eine moderne und leistungsfähige digitale Schulausstattung stellt eine kontinuierliche Aufgabe dar, welche im Landkreis Dachau schon seit vielen Jahren eine hohe Priorität hat.

Neben den Schulen in der Sachaufwandsträgerschaft unterstützt der Landkreis auch alle anderen Bildungseinrichtungen mit Hilfe des Medienzentrums sinnvoll mit Medien und Geräten (wie 3-Drucker, AR-Brille, Telepräsenzroboter) zur Ausleihe.

Medienzentrum

Beteiligte Akteure

Landratsamt Dachau

Im Landratsamt Dachau kümmert sich das Sachgebiet 13 „Schulwesen“ um alle Anschaffungen im Zusammenhang mit der Digitalisierung an den Schulen in Sachaufwandsträgerschaft des Landkreises. Das umfasst die Planung und den Einkauf genauso wie die Beantragung von Fördergeldern und deren Abrechnung. Die Prozesse finden immer in enger Abstimmung mit den Schulen statt.
Im Sinne der Nachhaltigkeit wird seit 2022 gebrauchte und ausgemusterte Hardware über das Auktionshaus der öffentlichen Hand „Zollauktion“ verkauft.

Schulen

An den Schulen sind ein oder mehrere Lehrkräfte die sogenannten Systembetreuer. Sie sind Ansprechpartner für Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler bei Fragen zur IT-Ausstattung. Sie übernehmen auch die Koordination bei technischen Problemen, sind aber nicht für die Behebung von Störungen zuständig.

Wartungsdienstleister

Für die IT-Systemumgebung in allen Schulen in der Sachaufwandsträgerschaft des Landkreises hat das Landratsamt einen externen Wartungsdienstleister beauftragt. Dieser nimmt neue Hard- und Software in Betrieb, kümmert sich um die Wartung und Pflege der EDV-Hardware und behebt Störungen.

EDV-Arbeitskreis

Für eine strukturierte Planung und koordinierte Vorgehensweise bei der Digitalisierung aller unserer Schulen wurde bereits im Jahr 2013 der EDV-Arbeitskreis gegründet. Im EDV-Arbeitskreis befinden sich Expertinnen und Experten aus den folgenden beteiligten Bereichen:

  • Landratsamt Dachau: Stephanie von Treyer, stv. Sachgebietsleiterin des Sachgebiet 13 „Schulwesen“ (Leitung des Arbeitskreises) und Thomas Rüby, Leiter der EDV-Stelle des Landratsamtes
  • Schulen: mindestens ein Systembetreuer/eine Systembetreuerin aus jeder in der Sachaufwandsträgerschaft des Landkreises befindlichen Schule
  • Vertretung des externen Wartungsdienstleisters
  • ggf. Expertin/Experte zu speziellen Fragestellungen

Der EDV-Arbeitskreis trifft sich einmal pro Quartal im rotierenden Verfahren an einer der Landkreisschulen. Dadurch, dass alle Beteiligten regelmäßig zusammenkommen, können Anforderungen, Wünsche und Erfahrungen ausgetauscht, bewertet und im weiteren Prozess berücksichtigt werden. Auf diese Weise werden Projekte und Abläufe von der Idee bis zur Umsetzung bestens begleitet und optimiert.

Einheitliche EDV-Ausstattung

Im Fokus der Arbeit des EDV-Arbeitskreises steht neben dem gemeinsamen Austausch das Bestreben, von Insellösungen wegzukommen und die EDV an den Schulen so weit möglich und sinnvoll zu vereinheitlichen. Ziel ist es, Kosten zu sparen und die Beschaffung, Nutzung und Wartung zu vereinfachen.
Bei der Produktauswahl orientiert sich der Landkreis Dachau maßgeblich an den aktuellen Empfehlungen des Beraterkreises des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus zur IT-Ausstattung von Schulen, dem sog. VOTUM. Diese Empfehlungen stellen Mindestanforderungen dar, welche die grundsätzlichen Anforderungen von Schulen, die finanziellen Rahmenbedingungen und die Gegebenheiten des Marktes berücksichtigen.
Vor der Einführung neuer IT-Systeme, Software, Apps, Arbeitsabläufe und Kommunikationsmethoden an allen Schulen, werden verschiedene Alternativen an Pilotschulen getestet. Die am besten geeignete Lösung wird dann für alle Schulen umgesetzt. Vereinheitlicht wurde auf diese Weise vieles rund um die Netzwerkinfrastruktur, wie Server, Firewalls, Switches und WLAN-Access-Points. Auch die Präsentationseinrichtungen wie Whiteboards, Großbildmonitore, Beamer und Dokumentenkameras wurden angeglichen.

VDI-Rechenzentrum

Mitte 2022 nahm das gemeinsame und zentrale schulische VDI-Rechenzentrum den Betrieb auf (VDI = Virtual Desktop Infrastructure). Alle Schulen in Sachaufwandsträgerschaft des Landkreises, die sich im Stadtgebiet Dachau befinden (zwei Gymnasien, eine Realschule, ein Förderzentrum und das Berufliche Schulzentrum) sind bereits über eine Glasfaser-Direktverbindung (sog. „dark fibre“) mit dem Rechenzentrum verbunden, um eine stabile und vor allem schnelle Datenübertragung zu gewährleisten. Die außerhalb Dachaus liegenden Schulen (Realschule Odelzhausen, Gymnasium Markt Indersdorf, Gymnasium Karlsfeld, Gymnasium Röhrmoos) greifen über ein VPN-System darauf zu (VPN = Virtual Private Network). Schrittweise werden die einzelnen Schulrechenzentren abgebaut und alle Daten und Dienste auf das gemeinsame zentrale Rechenzentrum umgezogen.

IT-Sicherheit

Um die Daten im Rechenzentrum sowie an den Schulen zu schützen, wird ein umfangreiches Sicherheitskonzept unterhalten. Dabei kommen sowohl physische Schutzmaßnahmen (Hardware-Firewalls, dezentrale Backups etc.) als auch Software-Lösungen wie Spamfilter zum Einsatz.

Zur Absicherung der schulischen IT-Infrastruktur verfügt jede Schule mindestens über zwei getrennte WLAN-Netze (Schule und Verwaltung), in denen nur bekannte und erlaubte Geräte angemeldet werden können. Für Vereine oder Veranstaltungen gibt es an jeder Schule ein separates WLAN-Netz, aus dem kein Zugriff auf Daten oder Dienste im Schul- oder Verwaltungsnetz möglich ist.

Seit 2025 nehmen alle Lehrkräfte und alles Personal der Schulen einmal jährlich an einer sog. „Awareness-Schulung“ teil, um grundlegendes Wissen über die Gefahren im IT-Bereich zu erlangen. Der erfolgreiche Abschluss ist Voraussetzung dafür, sich im Schul- oder Verwaltungsnetz einloggen zu können.

Internet und WLAN

Alle Schulen in Sachaufwandsträgerschaft des Landkreises Dachau verfügen über mindestens einen Glasfaseranschluss mit einer Bandbreite von mindestens 1 Gbit/s Download und im Schnitt einen Upload von 500 Mbit/s. So können die außerhalb des Stadtgebiets liegenden Schulen auch auf die Dienste des zentralen VDI-Rechenzentrums zugreifen. Die verfügbare Bandbreite garantiert Lehrkräften, Verwaltungspersonal sowie Schülerinnen und Schülern genügend Kapazität, um einen modernen Unterricht zu gestalten und die vorhandene IT-Infrastruktur optimal zu nutzen.

Alle Schulen sind flächendeckend mit WLAN ausgestattet. Im Zuge der Optimierung der WLAN-Ausleuchtung und der stetigen Erhöhung der Gerätezahlen an den Schulen laufen fortwährend Tests mit leistungsfähigeren WLAN-Access-Points, um an Hotspots wie Aulen und Pausenhallen die vorhandenen Strukturen so zu verbessern und zu erweitern, dass auch in Gebieten mit hoher Gerätedichte weiterhin ein stabiles WLAN angeboten werden kann.

Mobile Endgeräte

Die Art und Weise und der Umfang der Einführung digitaler Endgeräte ist abhängig von den Wünschen und dem pädagogischen Konzept der jeweiligen Schule. An vielen Schulen gibt es mittlerweile sogenannte Tablet-Klassen (meistens in den höheren Jahrgangsstufen).

Im Förderprogramm „Digitale Schule der Zukunft“ des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus können an jeder Schule elternfinanzierte digitale Endgeräte eingesetzt werden. Die Eltern erhalten dabei eine staatliche Förderung für die Anschaffung des Tablets für ihr Kind. Nach Absprache zwischen Schule und Sachaufwandsträger werden Ausstattung und Integration der Geräte in die schulische Geräte- und EDV-Landschaft geplant und umgesetzt.

Neben den an allen Schulen zahlreich vorhandenen Leihgeräten (vorrangig iPads) wurde an der Realschule Dachau durch ein elternfinanziertes und mit staatlichen Fördermitteln gestütztes Pilot-Modell in den vergangenen Jahren sukzessive die sogenannte 1-zu-1-Ausstattung aller Schülerinnen und Schüler mit digitalen Endgeräten realisiert, d. h. jedes Kind besitzt in der Regel ein eigenes Tablet.

Auch alle Lehrkräfte der Schulen in der Sachaufwandsträgerschaft des Landkreises Dachau sind mit Hilfe staatlicher Förderprogramme mit Tablets/Dienstgeräten ausgestattet.

Leih- und Lehrergeräte werden entsprechend ihres IT-Lifecycles fortwährend erneuert und ausgetauscht.

Förderprogramme

Von der Bundes- und Landesregierung werden seit 2019 verschiedene Förderprogramme aufgelegt, um die Digitalisierung an den Schulen schneller voranzubringen. Gefördert wurden hauptsächlich Investitionen in die Infrastruktur aber auch in die Hard- und Software sowie in bauliche und sonstige Begleitmaßnahmen. Die Kosten für Betrieb, Wartung und Support sowie Ersatzbeschaffungen sind inzwischen ebenfalls förderfähig. Im Zeitraum zwischen 2019 und 2024 hat der Landkreis mit mehr als 5 Mio. € von den staatlichen Förderprogrammen profitiert.

Trotz der mittlerweile guten Unterstützung ist der Landkreis finanziell weiterhin stark gefordert, weil er zum einen stets in Vorleistung gehen muss (und die Förderung erst im Anschluss erhält) und zum anderen, weil nicht alle Maßnahmen im Zusammenhang mit der Digitalisierung oder die entstehenden Kosten nicht in voller Höhe von einer Förderung gedeckt sind.

Ab 2027 soll an bayerischen Schulen die Digitalisierung durch den sogenannten „Vier-Säulen-Zuschuss“ sichergestellt werden. Unter die vier Säulen fallen

(1) eine moderne Gebäude-Digitalinfrastruktur,
(2) mobile Endgeräte für Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte (schulischer Leihgerätepool),
(3) digitale Bildungsmedien und KI-Anwendungen sowie
(4) der seit 2025 bestehende Zuschuss für Wartung und Pflege.

Medienkonzepte

In einem zeitaufwendigen Prozess hat jede Schule in Abstimmung mit ihren Fachschaften ein umfangreiches Medienkonzept entwickelt. Die individuellen Konzepte beschreiben die Ausgangssituationen an den Schulen, formulieren grundlegende Qualitätsziele und beinhalten einen Fortbildungs- und Ausstattungsplan. Wesentliche Ziele der einzelnen Konzepte gingen in einen einheitlichen Medienentwicklungsplan über, dessen Handlungsempfehlungen Schritt für Schritt umgesetzt wurden, um die Mittel aus dem Digitalpakt von 2019 bis 2024 sinnvoll und gut einsetzen zu können.

Im Jahr 2020 ist der Medienentwicklungsplan in enger Abstimmung zwischen den Schulen und dem Landkreis sowie in Begleitung eines externen Unternehmens erarbeitet worden.
Dazu wurde die Ist-Situation an unseren Schulen sehr detailliert und mit grundsätzlich erfreulichem Ergebnis untersucht:

  • Die Ausstattung ist modern und zeitgemäß, insbesondere im Hinblick auf die
    • Netzwerkanbindung und WLAN-Infrastruktur
    • Präsentations- und Medientechnik in nahezu allen Unterrichtsräumen
    • umfangsreiche Ausstattung mit modernsten stationären und mobilen Endgeräten
  • Der bereits seit 2013 bestehende und regelmäßig stattfindende EDV-Arbeitskreis wird als ein sinnvolles, hilfreiches Organisationstool mit klaren Zuständigkeiten bewertet.
  • Für Wartung und Support ist ein externes IT-Unternehmen beauftragt, mit dem die Schulen und der Landkreis gut zusammenarbeiten und sehr zufrieden sind.
  • Grundsätzlich sind die Schulen mit dem Landkreis Dachau als Sachaufwandsträger äußerst zufrieden.

Nach der Ist-Analyse folgte die Planungs- und Empfehlungsphase. Der Medienentwicklungsplan enthält Vorschläge zur künftigen medien- und informationstechnologischen Ausstattung der Schulen. Um qualitative Standards an allen Landkreisschulen für den Planungszeitraum 2020 – 2024 sicherzustellen, wurden Handlungsempfehlungen abgeleitet, wie zum Beispiel:

  • Inventarisierung der EDV- und Medientechnik verfeinern
  • Erneuerung oder Erweiterung der Netzwerkverkabelung sowie der Anschlussverkabelung in den Unterrichts- und Fachräumen
  • Neue Serverinfrastrukturen sowie neue Hard- und Software für die Netzwerke

Für 2027 ist eine erneute Evaluation geplant, um zu überprüfen, inwieweit die Maßnahmen aus dem Medienentwicklungskonzept umgesetzt wurden, wie sinnvoll sie den Schulbetrieb verbessert haben und welche weiteren Schritte zu unternehmen sind.

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