Lebensmittelunternehmen
„Lebensmittelunternehmen“ sind alle Unternehmen, die eine mit der Produktion, der Verarbeitung und dem Vertrieb von Lebensmitteln zusammenhängende Tätigkeit ausführen (Artikel 3 Nr. 2 der Verordnung (EG) Nr. 178/2002). Dabei ist es gleichgültig, ob sie auf Gewinnerzielung ausgerichtet sind, oder nicht und ob sie öffentlich oder privat sind.
Registrierungspflicht
Alle Lebensmittelunternehmer müssen ihren Betrieb bei der zuständigen Behörde registrieren, sowie Änderungen, oder Betriebsschließungen mitteilen (Artikel 6 Absatz 2 der Verordnung (EG) Nr. 852/2004 über Lebensmittelhygiene). Registrierungspflichtig sind auch Unternehmen, die Lebensmittel unentgeltlich abgeben (z.B. Tafeln). Lebensmittelunternehmer des Landkreises Dachau müssen ihren Betrieb mit folgendem Formular beim Veterinäramt Dachau registrieren.
Nicht registrierungspflichtig sind unter anderem:
- Primärproduktion für den privaten häuslichen Bereich
- Reine Tierhaltungsbetriebe ohne Lebensmittelerzeugung wie Milch und Eier
- Betriebe ohne „Kontinuität und Organisationsgrad“ (z.B. Vereinsfesten, in Zweifelsfällen ist dies von der zuständigen Behörde zu entscheiden!)
- Zulassungspflichtige Betriebe (siehe folgende Information)
Seit dem 01.07.2024 müssen Unternehmer, einschließlich Importeure, die Lebensmittelbedarfsgegenstände als Fertigerzeugnis herstellen, behandeln oder in Verkehr bringen, nach § 2a der Bedarfsgegenständeverordnung (BedGgstV) diese Tätigkeit bei der für sie zuständigen Lebensmittelüberwachung anzeigen, soweit sie sich nicht bereits als Lebensmittelunternehmer nach Art. 6 Abs. 2 der Verordnung (EG) Nr. 852/2004 haben registrieren lassen.
Lebensmittelbedarfsgegenstände sind Materialien und Gegenstände, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen, also z.B. Geschirr, Kochlöffel, Kochgeschirr, Backformen, Strohhalme, aber auch Schalen für Obst oder Naschereien, Aufbewahrungsdosen, Verpackungen oder der Schlauch einer Melkmaschine. Die Anzeige kann formlos erfolgen, muss aber die im beigefügten vorläufigen Anzeigeformular aufgeführten Angaben enthalten.
Datenschutzrechtliche Hinweise nach DSGVO: Lebensmittelkontrolle
- BMLEH - Lebensmittelverpackungen: Externer Link
- BMLEH - Fragen und Antworten (FAQ) zur Anzeigepflicht nach § 2a Bedarfsgegenständeverordnung: Externer Link
Zulassungspflicht
Bestimmte Betriebe, die Lebensmittel tierischen Ursprungs gewinnen, herstellen oder behandeln, sind zulassungspflichtig (nach Verordnung (EG) Nr. 853/2004).
Zulassungsbehörde ist die Regierung von Oberbayern, die regelmäßige Überwachung zugelassener Betriebe wird von uns durchgeführt.
Zulassungspflichtig sind unter anderem (KEINE abschließende Aufzählung!):
- selbst schlachtende Metzgereien (ausgenommen ist die Schlachtung kleiner Mengen Geflügel oder Hasentiere im landwirtschaftlichen Betrieb unter 10.000 Stück/Jahr)
- Lebensmittelbetriebe (wie z.B. Eierpackstellen oder Cateringbetriebe/Großküchen für Kitas/Schulen), die über ein Drittel der Lebensmittel tierischen Ursprungs an andere Betriebe des Einzelhandels abgeben
Weitere Informationen sowie die erforderlichen Antragsformulare sind auf der Homepage der Regierung von Oberbayern zu finden.
Da es sich in der Regel um komplexe Einzelfälle handelt, ist vor Aufnahme einer zulassungspflichten Tätigkeit abzuklären, ob eine Zulassung erforderlich ist oder nicht.
Um eine korrekte Überprüfung der Zulassungspflicht zu ermöglichen, schildern Sie uns bitte den Sachverhalt möglichst genau. Bitte nutzen Sie hierfür unser Kontaktformular (siehe unten).
Direktvermarkter
Unter landwirtschaftlicher Direktvermarktung wird die unmittelbare Abgabe landwirtschaftlicher Produkte durch den Erzeuger auf dem Hof, auf einem Markt, an der Tür oder über eigene Läden an den Verbraucher verstanden. Alle Direktvermarkter sind Lebensmittelunternehmer und somit verantwortlich für die Sicherheit ihrer Lebensmittel. Der Verbraucherschutz ist durch die Einhaltung von lebensmittelhygienischen Vorschriften verpflichtend.
Eine Zusammenfassung aller zu beachtenden Rechtsvorschriften ist auf der Seite des Bayerischen Staatsministeriums zu finden. Hier kann eine Broschüre mit allen nötigen Informationen eingesehen werden.
Auch über die einzuhaltende Hygiene gibt es auf der Seite "Einkaufen auf dem Bauernhof" Leitlinien zum Download.
Eigenkontrollen Lebensmittelunternehmer
Jeder Lebensmittelunternehmer ist verpflichtet, Eigenkontrollen in seinem Betrieb durchzuführen. Das heißt, er prüft ob Risiken von seinen Produkten für den Verbraucher ausgehen können und wenn ja, wie er sie beherrschen kann.
Die Erhitzung bzw. Haltbarmachung der Produkte steht hierbei im Zentrum.
Für die kritischen Punkte werden Sollwerte festgelegt, welche regelmäßig kontrolliert und dokumentiert werden. Sollte es zu Abweichungen kommen, müssen Korrekturmaßnahmen durchgeführt werden.
Detaillierte Informationen zu Eigenkontrollen und HACCP finden Sie in betriebsspezifischen Leitfäden der jeweiligen Verbände.
Vermarktung von erlegtem Wild
Vermarktung von Eiern
- Erzeuger, die unter 350 Legehennen halten und ihre Eier ausschließlich an der Produktionsstätte/ab Hof an Endverbraucher abgeben, sind von der Sortierungspflicht befreit. Diese Eier dürfen nicht mit Güte- und Gewichtsklassen bezeichnet werden. Es wird also kein Erzeugercode und keine registrierte Eierpackstelle benötigt.
- Für die Vermarktung an öffentlichen Märkten sowie jegliche Abgabe außerhalb der Produktionsstätte (z. B. andere registrierte Eierpackstellen) ist ein Erzeugercode/Stallregistrierung erforderlich. Eine Sortierung nach Gewichts- und Güteklassen und damit die Registrierung einer Eierpackstelle ist für diese Fälle nicht notwendig.
- Eier, die an Wiederverkäufer abgegeben werden (z. B. anderer Hofladen als derjenige an der Produktionsstätte, Lebensmitteleinzelhandel, Gastronomie, Bäcker oder Metzger) müssen mit dem Erzeugercode gekennzeichnet sein und in einer registrierten Eierpackstelle nach Güte- und Gewichtsklassen sortiert werden.
- Werden Eier an der Produktionsstätte nach Güteklassen und Gewichtsklassen sortiert, so werden benötigt:
- die Registrierung des Stalles bei der LfL (zur Erlangung des Erzeugercodes)
- die Registrierung einer Eierpackstelle bei der zuständigen Behörde
Übersteigt die Abgabe an den Einzelhandel ein Drittel der Gesamtproduktion an Eiern, fällt die Eierpackstelle unter die Zulassungspflicht (siehe oben).
| Vermarktungswege | Registrierung des Stalles (Erzeugercode-Zuteilung) | Verwendung des Erzeugercodes auf dem Ei | Registrierung einer Packstelle **) |
|---|---|---|---|
| Ab Hof / Haustüre und weniger als 350 Legehennen | nein *) | nein *) | nein *) |
| Ab Hof / Haustüre und weniger als 350 Legehennen | ja | nein *) | nein *) |
| Öffentlicher Markt | ja | ja | nein *) |
| Wiederverkäufer/ Handel | ja | ja | ja |
*) falls unsortiert und ohne Angabe von Gewichtsklassen oder Güteklasse.
**) Die Nutzung der Packstelle eines anderen Betriebes ist auch möglich.
Formulare
Weitere Informationen
- Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz: Externer Link
- Handbuch Zulassung (Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz): Externer Link
- Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit: Externer Link
- Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft: Externer Link
- Beantragung der EU-Zulassung bei Umgang mit Erzeugnissen tierischen Ursprungs: Externer Link
Wir sind für Sie da
Frau Dagmar Bauer
Sachgebietsleitung, Vollzug
Frau Claudia Huber
Teamleitung, Vollzug
Frau Lena Mauthner
Vollzug
Frau Melanie Müller
Vollzug
Herr Martin Wildgruber
Stellvertretender Sachgebietsleiter, Lebensmittelüberwachung
Frau Dr. Ursula Halla
Amtstierärztin
Frau Dr. Ariane Klinger
Amtstierärztin
Hier finden Sie uns
Landratsamt Dachau, Lebensmittelüberwachung
Kopernikusstraße 24
85221 Dachau
Öffnungszeiten
Montag: 08:00 - 12:00 Uhr
Dienstag: 08:00 - 12:00 Uhr
Mittwoch: 08:00 - 12:00 Uhr
Donnerstag: 08:00 - 12:00 Uhr und 14:00 - 16:00 Uhr
Freitag: 08:00 - 12:00 Uhr
Termine nur nach Vereinbarung.