Migration und Alter im Fokus der Vollversammlung des Integrationsbeirats
Anfang März traf sich der Migrations- und Integrationsbeirat des Landkreises Dachau zu seiner regelmäßigen Vollversammlung. Im Mittelpunkt stand das Thema „Migration und Alter“.
Zu Beginn gab Dr. Laura Wehr vom Kompetenzzentrum „Zukunft Alter“ der Katholischen Stiftungshochschule München einen wissenschaftlichen Impuls. Sie beleuchtete die gemeinsamen, aber auch unterschiedlichen Bedarfe älterer Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte. Sprachliche und kulturelle Barrieren können den Zugang zu Gesundheits- und Unterstützungsangeboten erschweren. Gleichzeitig besteht ein erhöhtes Risiko sozialer Isolation, etwa wenn durch Migration frühere soziale Netzwerke verloren gegangen sind.
In vielen Herkunftsländern gilt die Versorgung älterer Menschen traditionell als Aufgabe der Familie. Zwar leben ältere Menschen mit Migrationsgeschichte häufiger in Mehrgenerationenhaushalten, doch können diese die Pflege immer seltener allein leisten. Dadurch wächst auch hier der Bedarf an professionellen Pflegeangeboten, die jedoch nicht immer in gleichem Maße akzeptiert werden.
In der Diskussion brachten Beiratsmitglieder ihre persönlichen Erfahrungen ein. Reinhold Heiß, Vorsitzender des Landkreis-Seniorenbeirats, betonte als Gast der Sitzung, dass migrantische Perspektiven künftig stärker berücksichtigt werden sollen. Der Beirat empfiehlt grundsätzlich, die Belange älterer Menschen mit Migrationsgeschichte stärker in Planungen rund um das Thema Alter einzubeziehen.
Mit der Kommunalwahl 2026 endet zudem die Amtszeit der sieben Vertreterinnen und Vertreter aus kommunalpolitischen Gremien im Beirat. Sprecherin Diane Pohl dankte ihnen für ihr Engagement und ihr Interesse an den Perspektiven von Neuzugewanderten.