Neugebaute Integrierte Leitstelle für die Landkreise Dachau, Fürstenfeldbruck, Landsberg am Lech und Starnberg feierlich eingeweiht
Die in Maisach neu errichtete Integrierte Leitstelle Fürstenfeldbruck (ILS) ist am Samstagvormittag, 9. Mai, feierlich vor rund 130 geladenen Gästen eingeweiht worden.
Damit bekommt die Leitstelle, die bislang in Fürstenfeldbruck beheimatet ist und von der aus die Einsätze von Feuerwehren und Rettungsdiensten für die Landkreise Dachau, Fürstenfeldbruck Landsberg am Lech und Starnberg koordiniert werden, nach dreijähriger Bauzeit ein hochmodernes Zuhause.
Unter den zahlreichen geladenen Festgästen aus dem Rettungswesen, von Feuerwehren und der Politik befand sich auch der Bayerische Staatsminister des Innern, für Sport und Integration Joachim Herrmann, der sich neben Fürstenfeldbrucks Landrat Thomas Karmasin und Maisachs erstem Bürgermeister Hans Seidl ebenfalls in einem Grußwort an die Gäste wandte. Dr. Markus Ambrosy, Dekan der Evangelisch-Lutherischen Gemeinde Fürstenfeldbruck und Terence Palliparambil, Pfarrer der katholischen Gemeinde Maisach-Gernlinden, segneten im Anschluss das Gebäude.
Vorbei sind die beengten Verhältnisse, wie sie am alten Standort in Fürstenfeldbruck herrschen. Der verklinkerte, würfelförmige 15 Meter hohe Neubau in einem Maisacher Gewerbegebiet bietet den insgesamt 80 Beschäftigten der ILS optimale Arbeitsbedingungen. Kernstück ist der Leitstellenraum mit einer Grundfläche von 350 m² und einer Höhe von 8 Metern ein. An 12 Einsatzleitplätzen mit jeweils 5 Bildschirmen pro Leitstand haben die Disponenten, ausgerüstet mit Headsets für Funk und Telefon, alle nötigen Informationen zum Einsatzgeschehen im Blick: Zwei große, an der Wand montierte Bildschirme zeigen für die Einsatzabwicklung relevante Informationen wie Wetter und Krankenhausbetten-Kapazitäten.
Noch sind einige letzte Arbeiten an der komplexen Einsatzleittechnik zu erledigen. Voraussichtlich in der zweiten Maihälfte wird der Probebetrieb beginnen. Spätestens im Juli erfolgt der Umzug der 80 Beschäftigen in das neue Gebäude in Maisach. Dann geht die neue ILS in den Echtbetrieb.
Die Kosten für das Projekt von 47 Millionen Euro werden von den vier Mitgliedslandkreisen des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) Dachau, Fürstenfeldbruck, Landsberg am Lech und Starnberg gemeinsam geschultert. Der ZRF ist für den Bau und Betrieb der ILS verantwortlich. Der Freistaat Bayern bezuschusst das Projekt voraussichtlich mit rund 5 Millionen Euro für die Einsatzleittechnik.
Die ursprüngliche ILS wurde 2007 in Fürstenfeldbruck eingerichtet – als zweite Einrichtung ihrer Art in Bayern. Als absehbar wurde, dass die ILS nicht mehr den Anforderungen genügen würde, fasste die Verbandsversammlung des ZRF im Januar 2018 den Beschluss, ein neues Gebäude zu errichten und es begann die Suche nach einem geeigneten Bauplatz. Im Juni 2020 kaufte der ZRF von der Gemeinde Maisach das Grundstück. Nach dreijähriger Planungsphase fand im August 2023 der Spatenstich statt. Entworfen hat das Gebäude das auf Bauten für das Rettungs- und Feuerwehrwesen spezialisierte Büro Planungxgruppe aus Bremen.
Statement Innenminister Joachim Herrmann
"Mit einem der größten und modernsten Leitstellengebäude Bayerns ist der Zweckverband für Feuerwehr und Rettungsdienst nun bestens für die Herausforderungen der Zukunft gewappnet. Unser gemeinsames Ziel und unsere gemeinsame Verpflichtung gilt weiterhin dem Schutz der Bürgerinnen und Bürger durch Sicherstellung des hochfunktionalen Notrufs 112. Das wird in diesem zukunftsträchtigen und gelungenen Neubau noch besser gelingen. Ich wünsche allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der ILS Fürstenfeldbruck viel Erfolg an ihrem neuen Standort und weiterhin alles Gute!"
Statement Landrat Thomas Karmasin, Vorsitzender des Zweckverbands für Rettungswesen und Feuerwehralarmierung Fürstenfeldbruck
„Mit dem Neubau erhalten die Disponentinnen und Disponenten der Integrierten Leitstelle optimale Rahmenbedingungen, um ihren Auftrag zuverlässig erfüllen zu können: Hilfe für in Not geratene Menschen bis in die hintersten Winkel der vier Mitgliedslandkreise zu organisieren – schnell, professionell und unkompliziert für die Betroffenen. Modernste Leitstellentechnik hilft ihnen, auch bei Großschadensereignissen den Überblick zu behalten, Einsatzkräfte miteinander zu vernetzen und zu koordinieren. Für künftige Anforderungen ist die ILS bestens vorbereitet: Weitere Leitstellenplätze lassen sich ohne bauliche Veränderungen nachrüsten.“
Statement Hans Seidl, Erster Bürgermeister der Gemeinde Maisach
„640.000 Menschen, 4 Landkreise, 1 Standort: Die Schaltzentrale für die Organisation der Rettungseinsv.l.ätze hier in Maisach/Gernlinden zu haben, verleiht unserer Gemeinde eine weitere überregionale Bedeutung. Gleichzeitig freuen wir uns über die vielen hochqualifizierten Arbeitsplätze, die uns ein Disponenteren Wirtschaftsstandort nachhaltig stärken.“