Eröffnung und Segnung des Erweiterungsbaus der Gemeinschaftsunterkunft in der Rieder Straße in Markt Indersdorf – Tag der offenen Tür stößt auf Interesse

Mit einem Tag der offenen Tür hat das Landratsamt Dachau am Donnerstag, den 18. Juni 2026, den Erweiterungsbau der Gemeinschaftsunterkunft in der Rieder Straße in Markt Indersdorf der Öffentlichkeit vorgestellt. 

Einige Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit, die neuen Räumlichkeiten zu besichtigen und mit den Verantwortlichen sowie haupt- und ehrenamtlichen Akteuren der Flüchtlings- und Integrationsarbeit ins Gespräch zu kommen. Im Anschluss wurde der Erweiterungsbau im Rahmen einer kleinen Feierstunde offiziell eröffnet und interreligiös gesegnet.

Vor Ort informierten Mitarbeitende des Landratsamts aus den Bereichen Asylunterbringung, Asylleistungen und Integration über die Unterbringung von Geflüchteten im Landkreis. Auch die Caritas Dachau, der DEB, als einer der Träger für Integrationskurse im Landkreis, das Dachauer Forum sowie Ehrenamtliche aus dem örtlichen Helferkreis standen für Fragen zur Verfügung und gaben Einblicke in ihre tägliche Arbeit. Die Veranstaltung bot die Möglichkeit, sich aus erster Hand über die Unterbringung, Betreuung und Integration von Geflüchteten zu informieren.

Der Erweiterungsbau wurde notwendig, um zusätzliche Zuweisungen aufnehmen zu können und gleichzeitig Ausweichkapazitäten für dringend erforderliche Sanierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen an bestehenden Gemeinschaftsunterkünften zu schaffen.

Landrat Stefan Löwl betonte, dass sich die Situation bei den Zuweisungen derzeit deutlich entspannt habe: „Der Zuweisungsdruck hat spürbar nachgelassen beziehungsweise ist in den vergangenen Monaten praktisch nicht mehr vorhanden. Die weltpolitische Lage lässt derzeit etwas hoffen, sodass wir mit weniger Menschen rechnen, die dem Landkreis Dachau zur Unterbringung zugewiesen werden. Diese Phase nutzen wir gezielt, um unsere Unterkünfte zukunftsfähig zu machen.“

Viele der während der Fluchtbewegung 2015 und 2016 errichteten Notunterkünfte sind inzwischen nach fast zehn Jahren intensiver Nutzung sanierungsbedürftig. Insbesondere die damals lediglich für eine Betriebsdauer von fünf bis sechs Jahren ausgelegten Gebäude müssten nun Schritt für Schritt instandgesetzt oder durch dauerhafte Lösungen ersetzt werden.

Gleichzeitig machte Landrat Löwl deutlich, dass die eigentlichen Herausforderungen der Integration weit über die Unterbringung hinausreichen: „Das Hauptproblem für eine gelingende Integration ist aus meiner Sicht die Situation am Wohnungsmarkt in der Region. Insoweit ist die Situation aktuell ruhig, aber natürlich haben wir die Herausforderungen im Rahmen der Flucht- und Asylthemen noch lange nicht gelöst. Unser Ziel bleibt es, den Menschen, die dauerhaft bei uns bleiben dürfen, nicht nur ein Dach über dem Kopf zu bieten, sondern auch die Voraussetzungen für ein geordnetes Ankommen und eine gelingende Integration zu schaffen.“

Sein besonderer Dank galt den zahlreichen Beteiligten, die hierzu täglich einen wichtigen Beitrag erbringen: „Dafür leisten die Mitarbeitenden im Landratsamt, bei den Städten und in den Gemeinden sowie die weiterhin zahlreichen engagierten Ehrenamtlichen und viele weitere Partner im Landkreis jeden Tag wertvolle Arbeit. Für dieses große Engagement bin ich sehr dankbar.“

Im Anschluss an die Eröffnung spendeten Vertreter der katholischen, evangelischen und islamischen Glaubensgemeinschaften den Segen für den Erweiterungsbau. Sie wünschten den künftigen Bewohnerinnen und Bewohnern einen guten Start sowie ein friedliches und respektvolles Miteinander.