Neue Kreisrätinnen und Kreisräte erleben Landkreispartnerschaft in Oświęcim/Auschwitz
Elf Jahre nach Unterzeichnung der Landkreispartnerschaft zwischen Dachau und Oświęcim/Auschwitz ist und bleibt der persönliche Austausch und die Pflege der tiefen Freundschaft besonders wichtig.
So reiste Ende Juni erneut eine Delegation des Dachauer Kreistags mit Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Fraktionen in den polnischen Partnerlandkreis. Für viele der neu gewählten Kreisrätinnen und Kreisräte war es der erste offizielle Besuch in Oświęcim – und damit eine Gelegenheit, die Partnerschaft aus nächster Nähe kennenzulernen und ihre künftige Rolle in dieser besonderen Verbindung zu finden.
Die Landkreispartnerschaft zwischen Dachau und Oświęcim wurde 2015 geschlossen. Sie verbindet zwei Landkreise, deren Namen weltweit mit den Verbrechen des Nationalsozialismus verbunden sind. Gleichzeitig steht sie für den gemeinsamen Willen, aus der Geschichte Verantwortung für Gegenwart und Zukunft abzuleiten. Aus dieser besonderen Ausgangslage ist in den vergangenen Jahren eine lebendige Partnerschaft mit zahlreichen Projekten in den Bereichen Jugend, Kultur, Bildung, Sport und Erinnerungskultur entstanden.
Während des mehrtägigen Besuchs standen nicht nur touristische Eindrücke im Mittelpunkt, sondern insbesondere auch die Begegnungen mit den Menschen sowie das Kennenlernen von Einrichtungen des Partnerlandkreises. Gespräche mit den politischen Vertreterinnen und Vertretern des Landkreises Oświęcim, der Besuch sozialer und pädagogischer Einrichtungen sowie der intensive Austausch über gemeinsame Projekte machten deutlich, dass eine Partnerschaft nur dann Bestand hat, wenn sie aktiv gelebt und immer wieder mit Leben gefüllt wird.
Ein besonderer Schwerpunkt der Reise lag selbstverständlich auch auf der Erinnerungsarbeit und dem Besuch der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau. Bei einer gemeinsamen Kranzniederlegung mit den Vertreterinnen und Vertretern des Landkreises Oświęcim im ehemaligen Stammlager des KL Auschwitz gedachten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Opfern der nationalsozialistischen Verbrechen.
Landrat Stefan Löwl betont: „Unsere Landkreispartnerschaft lebt von den Menschen, die sie erleben und gestalten. Persönliche Begegnungen schaffen Vertrauen und Verständnis – und sie machen deutlich, dass Erinnerung kein Selbstzweck ist. Sie verpflichtet uns, gemeinsam für Demokratie, Menschenwürde und ein friedliches Miteinander einzutreten. Aus der Partnerschaft ist eine Freundschaft geworden und es ist immer wieder wichtig, diese besondere Verbindung unmittelbar zu erleben.“
„Denn,“ so Löwl weiter, „die Landkreispartnerschaft ist weit mehr als eine formale Vereinbarung zwischen zwei Kommunen. Sie lebt vom Engagement der Menschen auf beiden Seiten, vom offenen Dialog und von der Bereitschaft, gemeinsam Verantwortung für die Zukunft Europas zu übernehmen. Auch lernen wir immer wieder voneinander, wie mit kommunalen Herausforderungen umgegangen werden kann. Genau in dieser Vielfalt liegt die besondere Stärke – heute noch mehr, also vor elf Jahre bei der Gründung.“
Zum Abschluss des Besuchs nahmen die Kreisrätinnen und Kreisräte beider Landkreise gemeinsam am Sommerfest des Landkreises Oświęcim teil. Musikalische Darbietungen und persönliche Gespräche boten einen idealen Rahmen die Tage zum Ausklang zu bringen.