Landräte besichtigen neue Integrierten Leitstelle für die Landkreise Dachau Fürstenfeldbruck Landsberg am Lech und Starnberg

Am Montag, 02. Februar 2026, besichtigten die Landräte Stefan Löwl (Landkreis Dachau), Thomas Karmasin (Landkreis Fürstenfeldbruck) und Thomas Eichinger (Landkreis Landsberg am Lech) die neue ILS und informierten sich über den Sachstand.

Bernd Brach, Geschäftsleiter des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Fürstenfeldbruck, und Florian Christner, Leiter Betrieb ILS, führten durch das neue Gebäude, das im Maisacher Ortsteil Gernlinden an der August-Rasch-Straße steht. Der Innenausbau läuft derzeit auf Hochtouren. Die Einsatzleitische, die Tische für die Ausnahmeabfrageplätze für die Verstärkung der ILS in Spitzenzeiten und die Möblierung des Lageraums wurden geliefert, aufgestellt und angeschlossen. Die EDV und Einsatzleittechnik wird ab März installiert und im April fertiggestellt und getestet. Wenn alles nach Plan läuft, kann die ILS im Laufe des Mai in Betrieb gehen.
Landrat Stefan Löwl (Landkreis Dachau): „Die ILS verbindet vier Landkreise und koordiniert im Regelbetrieb zentral die Arbeit von 234 Feuerwehren, vier THW-Ortsverbänden und rund 900 Brand- und Gefahrenmeldeanlagen. Mit der neuen Leitstelle erhält das professionelle Team nun eine neue, moderne und zukunftssichere Heimat – ein Ort, an dem schnelle Hilfe für unsere Bürgerinnen und Bürger geplant, gesteuert und gelebt wird.“
Landrat Thomas Karmasin (Landkreis Fürstenfeldbruck): „Die neue ILS ist ein wichtiger Baustein unserer Sicherheitsarchitektur in den vier Landkreisen. Ich bin froh, dass wir mit ihr räumlich, technisch und personell hervorragend aufgestellt sind. Wichtig ist auch, dass das Gebäude zukunftssicher geplant ist, indem bereits Erweiterungsmöglichkeiten in der Planung berücksichtigt sind, die aufgrund steigender Einsatzzahlen oder technischer Erweiterungen notwendig werden können.“
Landrat Thomas Eichinger (Landkreis Landsberg am Lech): „Vier Landkreise, eine Mission: Schnelle Hilfe für 640.000 Menschen. Der Neubau der gemeinsamen ILS ist viel mehr als nur ein Gebäude aus Beton. Er ist das Herzstück unserer Rettungskette, ausgerüstet mit hochmoderner Kommunikationstechnik für den Notfall. Ein starkes Signal für die Sicherheit in unserer Region, für unsere Bürgerinnen und Bürger!“

Fakten zum Neubau

  • Eckdaten: Grundfläche ca. 40 x 47 Meter, Geschoßfläche ca. 4.600 m², 4 Geschosse inkl. Untergeschoss.
  • Ein Leitstellenraum mit 350 qm, in dem 12 Einsatzleitplätze (ELP) untergebracht sind. In einem zusätzlichen Raum, der sich durch Schiebewände mit dem Leitstellenraum verbinden lässt, sind 8 Ausnahmeabfrageplatzen (AAP) sowie zwei ELP's für Sonderlagen untergebracht. Ein weiterer Raum, der sich ebenfalls durch Schiebewände mit dem Leitstellenraum verbinden lässt, ist der Lageraum mit Besprechungs- und Präsentationsmöglichkeit sowie ein weiterer ELP für Schulungen.
  • Für zukünftige Erweiterungen besteht die Möglichkeit im Leitstellenraum zwei zusätzliche ELP's und im Abfrageraum zwei zusätzliche AAP‘s zu installieren.
  • Im Sicherheitsbereich befinden sich auch Sanitärräume, eine Küche mit Sozialbereich, sowie ein Bereich zur Schichtübergabe.
  • Zusätzlich gibt es 9 Büroräume für die Leitung des Betriebs ILS sowie für Mitarbeiter des Sachgebiets IT-Service.
  • Für die Verwaltung vorgesehen sind 7 Büroräume, ein Küchen- bzw. Sozialbereich sowie ein Besprechungsraum.
  • Zudem wurden drei 2-Zimmerwohnungen eingeplant. Diese sind zum einen für betriebliches Kurzzeitwohnen für neu eingestellte Mitarbeiter, die im Großraum Fürstenfeldbruck noch keine Wohnung gefunden haben. Zum anderen können diese Räume ohne große bauliche Anpassung in Zukunft als Ruheräume (je nach Schichtmodell) oder als zusätzliche Büroräume verwendet werden.
  • Die Dachfläche wird vollflächig begrünt und ist mit Solarmodulen bestückt. Der erzeugte Strom kann direkt verbraucht werden.
  • Im Außenbereich finden sich noch weitere Parkplätze, Fahrradabstellmöglichkeiten und ein Aufenthaltsbereich für Mitarbeiter.

Das Schutzgebiet der Integrierten Leitstelle

  • 4 Landkreise mit einer Gesamtfläche von 2306 m²
  • 84 Städte und Gemeinden
  • 641.294 Einwohner (Stand: 30.09.2023)
  • 234 Orts- und Gemeindefeuerwehren
  • 4 Ortsverbände des Technischen Hilfswerks
  • ca. 900 aufgeschaltete Brand- und Gefahrenmeldeanlagen
  • 14 Rettungswachen, rund um die Uhr besetzt
  • 6 Rettungswagen-Stellplätze, tagsüber besetzt
  • 32 Rettungswagen
  • 10 Notarztstandorte/Notarzt-Einsatz-Fahrzeuge (NEF)
  • 1 Außenarztstandort
  • 49 Einheiten der organisierten Ersten Hilfe

Der Weg zur neuen Integrierten Leitstelle

Derzeit befindet sich die Integrierte Leitstelle Fürstenfeldbruck (ILS FFB) an der Münchner Straße in Fürstenfeldbruck. Da das Gebäude den Anforderungen technisch, organisatorisch und auch arbeitsmedizinisch nicht mehr genügt, beschloss der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Fürstenfeldbruck (ZRF FFB), einen Neubau an einem anderen Standort in einem der vier Mitgliederlandkreise zu errichten. Verbandsmitglieder sind die Landkreise Dachau, Fürstenfeldbruck, Landsberg/Lech und Starnberg.
Das Raumprogramm des Neubaus gründet auf der Handreichung Leitstellenplanung (vom November 2020) des Fachverbandes Leitstellen e. V. Dieses setzte das Bremer Architekturbüro „Planungxgruppe“ dergestalt um, dass es die drei Kernräume (Leitstellenraum, Abgesetzte Notrufabfrage sowie Lageraum) in die Mitte des Gebäudes setzte, um diese soweit möglich von störenden Einflüssen wie zum Beispiel Verkehrslärm oder direkter Sonneneinstrahlung abzuschirmen. Das Gebäude besteht aus vier Geschossen (eines davon als Untergeschoss) und berücksichtigt alle in der Raumplanung aufgeführten Räume.