1.000 Kraniche für den Frieden - Gymnasium Karlsfeld wird Teil des „Global Peace Path“
Ein starkes Zeichen für Frieden und Verständigung: Mit über 1.000 gefalteten Origami-Kranichen und bewegenden, mehrsprachigen Gedichten ist das Gymnasium Karlsfeld nun offiziell Teil des Global Peace Path. Mit der Übergabe des Zertifikats wurde die noch junge Schule in das internationale Netzwerk aufgenommen.
Der Global Peace Path ist ein Projekt der Ludwig-Maximilians-Universität München, das 2018 ins Leben gerufen wurde. Weltweit gibt es inzwischen über 30 Stationen, die mit Gedichten in unterschiedlichen Sprachen ein sichtbares Zeichen für Frieden, kulturelle Vielfalt und gegenseitigen Respekt setzen. Auch in der Region ist der Gedanke bereits erlebbar: Am Karlsfelder See säumten lange mehrsprachige Gedichte den Rundweg und machen den Friedensgedanken im öffentlichen Raum sichtbar.
Anlässlich des Internationalen Tages der Muttersprache setzte sich das Gymnasium Karlsfeld klassen- und fächerübergreifend intensiv mit dem Thema Sprache und Frieden auseinander. Im Unterricht der Fächer Deutsch, Englisch und Französisch, aber auch musikalisch und künstlerisch beschäftigten sich die Jahrgangsstufen 5 bis 8 mit literarischen Texten, verfassten eigene Beiträge und reflektierten die verbindende Kraft von Sprache. In einem gemeinsamen Rahmenprogramm wurden mehrsprachige Gedichte vorgetragen – Texte, die bewegten, zum Nachdenken anregten und eindrucksvoll die sprachliche Vielfalt der Schule widerspiegelten.
Ein zentrales Symbol der Aktion sind über 1.000 gefalteten Origami-Kraniche. Sie erinnern an die Geschichte der japanischen Schülerin Sadako Sasaki, die nach der Atombombe von Nagasaki an Leukämie erkrankte. Einer japanischen Legende zufolge geht ein Wunsch in Erfüllung, wenn man 1.000 Kraniche faltet. Sadako begann im Krankenhaus damit – ihr Schicksal machte den Papierkranich weltweit zu einem Symbol für Hoffnung und Frieden. Heute steht der Origami-Kranich über Sprach- und Ländergrenzen hinweg für Versöhnung und Menschlichkeit.
Dr. Petra Rauschert und Anna LeFevre, die das Projekt an der LMU betreuen, zeigten sich bei ihrem Besuch tief beeindruckt vom Engagement der Schülerinnen und Schüler: Mit großer Kreativität und Ernsthaftigkeit habe sich die Schulgemeinschaft dem Thema gewidmet und den Friedensgedanken auf vielfältige Weise zum Ausdruck gebracht.
Für das Gymnasium Karlsfeld ist die Auszeichnung eine Premiere: Es ist das erste Zertifikat der noch jungen Schule. Schulleiter Tobias Berlinger zeigte sich entsprechend stolz: „Unsere Schule ist noch jung – aber was unsere Schulgemeinschaft hier gemeinsam auf die Beine gestellt hat, ist beeindruckend. Über Klassen- und Fächergrenzen hinweg haben unsere Schülerinnen und Schüler gezeigt, dass sie Verantwortung übernehmen und aktiv ein Zeichen für Frieden setzen wollen. Darauf bin ich sehr stolz.“
Mit der offiziellen Aufnahme in den Global Peace Path ist das Gymnasium Karlsfeld nun Teil eines weltweiten Netzwerks, das sich für Dialog, kulturelle Vielfalt und Verständigung einsetzt. Die gefalteten Kraniche und die entstandenen Gedichte sind derzeit in der Schule ausgestellt und sollen künftig die neue Bibliothek schmücken – als bleibende Erinnerung daran, was gemeinsames Engagement bewegen kann.