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Wespen und Hornissen

Hornissen, harmloser als ihr Ruf - Kein Grund für die Vernichtung von Hornissenvölkern

Ängste vor diesem größten staatenbildenden Insekt unserer heimischen Tierwelt können nach kurzer Aufklärung in den meisten Fällen abgebaut werden.

Tatsache ist, dass Hornissenstiche nicht gefährlicher sind als Stiche von Wespen, Hummeln oder Honigbienen. Das Gift der Hornisse entspricht in der Zusammensetzung etwa dem Wespengift. Zwar ist die Giftmenge eines Stiches etwas größer, die größere Schmerzhaftigkeit des Stiches ist aber weniger auf das Gift als auf den höheren Anteil an schmerzerzeugenden Substanzen zurückzuführen.

Das Risiko von Hornissen gestochen zu werden ist jedoch sehr gering. Sie sind friedliche und ruhige Insekten und haben keine ausgeprägte Vorliebe für Süßigkeiten, Kuchen und Limonade. Sie benutzen ihren Stachel als reine Verteidigungswaffe um sich selbst gegen Gefahren zu schützen. Abseits vom Nest versucht die Hornisse stets zuerst zu fliehen und greift von sich aus den Menschen nicht an. Sollte trotzdem einmal ein Stich erfolgen, ist dieser wie ein Wespen- oder Bienenstich auch für Menschen in der Regel ungefährlich und mit einer geeigneten Salbe gegen Insektenstiche und Schwellungen zu behandeln. Für Menschen, die allergisch auf Insektenstiche reagieren oder bei Stichen in Mund- und Rachenraum sollte jedoch unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden.

Hornissenvölker leben nur von Ende Mai (Nestgründung durch einzelne Königinnen) bis ca. Ende Oktober Der Höhepunkt der Volksentwicklung (ca. 100 bis 500 Hornissen) wird im August/September erreicht. Ab Mitte September nimmt mit kühlerer Witterung die Insassenzahl des Volkes rasch ab, bis es nach Abfliegen der Geschlechtstiere eingeht. Hornissen ernähren sich von Nektar, Obst und Baumsäften. Ihre Nachkommenschaft füttern sie jedoch mit frisch erbeuteten Insekten und deren Larven. Große Hornissennester erbeuten täglich bis zu 10.000 Insekten.

Die Vespa crabro, wie die Hornisse wissenschaftlich benannt ist, zählt zu den besonders geschützten Tieren und deshalb ist die Vernichtung von Nestern im Einzelfall nur mit Ausnahmegenehmigung der Naturschutzbehörden erlaubt.

Wespen- oder Hornissennest – kein Grund zur Panik!

Die jungen Königinnen haben sich einen Platz für ihre Nestgründung gesucht und haben in manchen Jahren bereits Anfang Juni oft eine anschauliche Anzahl von Arbeiterinnen zur Unterstützung herangezogen. Dann ist der Zeitpunkt gekommen, an dem vielen Menschen aufgrund des regen Flugverkehrs erstmals auffällt, dass im Gartenhaus, auf dem Dachboden oder im Rolladenkasten ein Wespen- oder Hornissennest entstanden ist. Selten sind Freudensprünge die erste Reaktion, jedoch besteht keineswegs Grund zur Panik.

Hält man sich an einige grundlegende Regeln, kann ein Nebeneinander richtig gut funktionieren. Manch einer wird sich sogar am seltenen Einblick in das Leben dieser Tiere erfreuen. Grundsätzlich sind Wespen und Hornissen nämlich friedliche Flieger, die keineswegs an Ärger mit dem Menschen interessiert sind.

Einzig zwei der mehreren hundert Wespenarten fliegen Süßspeisen an und können (vor allem im Spätsommer) dabei durchaus lästig werden. Daher sollte man Getränke und Marmeladengläser im Freien abdecken und Kinder süße Getränke nur mit dünnen Strohalmen trinken lassen um zu verhindern, dass Tiere verschluckt werden. Wichtig ist im Umgang mit Wespen wie Hornissen sich ruhig zu bewegen und nicht nach den Tieren zu schlagen. Grundsätzlich weichen Wespen und Hornissen Störungen durch den Menschen aus und greifen nur dann an, wenn sie sich zum Beispiel durch Quetschen / Schlagen oder ihr Volk durch Störungen des Nests bedroht sehen.
Hat man ein solches Nest auf der Terrasse entdeckt, wird das, selbst wenn es sich um eine marmelade-affine Art handelt, eher nicht zu zusätzlichen ungeladenen Gästen bei Frühstück auf dem Terrassentisch führen. Die Tiere fliegen nämlich kaum den unmittelbaren Nestbereich an, sondern fliegen auf Beutezug oft weit aus. Wichtig ist für den Ein- und Ausflug zum Nest die direkte Einflugschneise (auf Flugrichtung achten), bis ca. 2 m vor dem Nest, freizuhalten und Erschütterungen und Störungen von Nestern zu vermeiden.

Im Widerspruch zu ihrem schlechten Ruf sind Wespen und Hornissen eigentlich Nützlinge. Die Erwachsenentiere ernähren sich von Nektar und tragen so zur Bestäubung bei, während die Larven mit frisch gefangenen Insekten gefüttert werden. So vertilgt ein mittelgroßes Hornissenvolk ein halbes Kilo Stechmücken, Fliegen oder Bremsen täglich, was die Sommerabende auf der Terrasse oder dem Balkon durchaus angenehmer gestalten kann.

Dauerhaft bleiben die Gäste ohnehin nicht. Je nach Art stirbt ein Wespenvolk Ende Juli, spätestens jedoch im Herbst mit den ersten Frösten ab. Auch bei den Hornissen sind die Tage nach dem Ausfliegen der Geschlechtstiere (Jungköniginnen und Drohnen) im August bereits gezählt. Die leeren Nester können daher im Winter problemlos entfernt werden. Alte Nester werden im nächsten Jahr nicht wiederbesiedelt, so dass man seine Untermieter gewiss nur für eine Saison beherbergt.

Alle Wespen unterliegen dem allgemeinen Artenschutz, daher ist es verboten ohne vernünftigen Grund Wespen zu töten oder ihre Nester zu zerstören, bzw. zu entfernen. Hornissen und einige bestimmte Wespenarten sind nach dem Naturschutzgesetz darüber hinaus sogar besonders geschützt. Eine Umsiedlung oder Abtötung eines solchen Nests ist ausschließlich mit Ausnahmegenehmigung der Unteren Naturschutzbehörde möglich.
In einigen Fällen kann aufgrund der Umstände (z.B. Nest über Eingangstür, Wespengiftallergien, Kleinkinder in unmittelbarer Nähe zum Nesteingang) ein Nest jedoch nicht vor Ort bleiben. Es sollte aber in keinem Fall versucht werden, Nester selbst zu entfernen, den Nesteingang zu verschließen oder mit Wespensprays aus dem Baumarkt zu besprühen.

Bei Fragen und Problemen mit Wespen und Hornissen (-nestern) können Sie sich jederzeit an uns bzw. direkt an die für die jeweilige Gemeinde zuständigen Wespen- und Hornissenberater des Landkreises wenden (die Kontakte finden Sie hier in Kürze). Eine Beratung kann telefonisch oder vor Ort stattfinden. In Notfällen bzw. bei besonders geschützten Arten werden auch Umsiedlungen vorgenommen. Oft reicht es jedoch bereits die Einflugschneise durch eine kleine Abschirmvorrichtung zu verändern, um so ein gefahrloses Nebeneinander für Mensch und Insekt zu ermöglichen. Die meisten Nester können mit geringen Nutzungseinschränkungen oder umsichtigem Verhalten während der Sommermonate an ihrem Platz bleiben. Die Tiere danken es in Zeiten des Insektensterbens.

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