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Gastschulwesen

nach dem Bayerischen Gesetz über das Erziehungs- und Unterrichtswesen (BayEUG) für öffentliche (staatliche und kommunale) Schulen

Sprengelpflicht

Schülerinnen und Schüler der Volksschulen erfüllen ihre Schulpflicht in der Schule, in deren Schulsprengel sie ihren gewöhnlichen Aufenthalt* haben (Art. 42 Abs. 1 BayEUG). Gleiches gilt für Förderschülerinnen und –schüler (vgl. Art. 42 Abs. 7 BayEUG); diese haben aus dem Landkreis Dachau dementsprechend grundsätzlich das Sonderpädagogische Förderzentrum Dachau zu besuchen.

Die Erfüllung der Berufsschulpflicht richtet sich für Schülerinnen und Schüler, die in einem Beschäftigungsverhältnis stehen, nach dem Beschäftigungsort, für die Übrigen nach dem Ort des gewöhnlichen Aufenthalts*. Ist der Beschäftigungsort oder der Ort des gewöhnlichen Aufenthalts zweifelhaft, so entscheidet die Regierung, welche Schule zu besuchen ist (Art. 42 Abs. 3 BayEUG).

Gastschulverhältnisse

Auf Antrag der Erziehungsberechtigten kann aus zwingenden persönlichen Gründen** der Besuch einer anderen Volks- oder Förderschule gestattet werden. Die Entscheidung trifft die Gebietskörperschaft, in der die Schülerinnen und Schüler ihren gewöhnlichen Aufenthalt* haben, im Einvernehmen mit dem aufnehmenden Schulaufwandsträger nach Anhörung der betroffenen Schulen (Art. 43 Abs. 1 und 4 BayEUG).

Nach § 2 Absatz 1 Satz 5 der Schülerbeförderungsverordnung besteht bei derartigen Gastschulverhältnissen kein Anspruch auf Kostenfreiheit des Schulweges, d. h. die Beförderungskosten für den Weg zur bzw. von der Gastschule sind vollständig von den Erziehungsberechtigten selbst aufzubringen!

In den besonderen Fällen des Art. 43 Abs. 2 BayEUG (z. B. bei Besuch von Mittlere-Reife-Klassen oder aus schulorganisatorischen Gründen) kann die Zuweisung zu einer anderen (Förder-) Schule erfolgen.

Aus wichtigen Gründen*** kann der Besuch einer anderen Berufsschule genehmigt oder angeordnet werden. Für die Genehmigung eines Gastschulverhältnisses ist die abgebende Berufsschule (=Sprengelschule) zuständig, wenn mit der aufnehmenden Berufsschule und den zuständigen Schulaufwandsträgern über die Begründung des Gastschulverhältnisses Einvernehmen besteht. In den übrigen Fällen entscheidet die für die abgebende Schule zuständige Regierung (Art. 43 Abs. 5 BayEUG).

Eine weitergehende Beratung (ggf. mit Ausgabe des Gastschulantrages) erhalten Sie bei den betroffenen Schulen. Darüber hinaus stehen wir Ihnen gerne telefonisch oder persönlich für weitergehende Erläuterungen zur Verfügung, ob eine Gastschulgenehmigung in Ihrem Fall erteilt werden kann.


* Unter gewöhnlichen Aufenthalt versteht man den Ort, von dem aus regelmäßig die Schule besucht wird; dieser ist demnach nicht zwangsläufig identisch mit dem Wohnsitz nach dem Melderecht.

** Nur aufgrund eines begründeten Antrages der Erziehungsberechtigten kann eine Ausnahme von der Sprengelpflicht zugelassen und dem Schüler der Besuch einer in der Gastschulgenehmigung näher bezeichnenden (anderen) öffentlichen Schule gestattet werden. Voraussetzung ist, dass zwingende persönliche Gründe den Besuch dieser Schule erfordern. Dabei ist nach den Grundsätzen der Verhältnismäßigkeit und Zumutbarkeit zwischen dem vom Gesetzgeber als vorrangig bewerteten Interesse am Besuch der Sprengelschule und dem erzieherischen Wohl des Kindes abzuwägen. Zwingende Gründe können sowohl in der Person des Kindes als auch in der Person der Eltern liegen. Die Genehmigung darf nur dann erteilt werden, wenn die Nachteile des Besuchs der Sprengelschule ungleich schwerer wiegen als das öffentliche Interesse an der Einhaltung der Sprengelpflicht. Zwingende persönliche Gründe liegen z. B. dann vor, wenn die Erziehungsberechtigten tatsächlich nicht in der Lage sind, ihr Kind während der unterrichtsfreien Zeit zu betreuen, in der Nähe der Gastschule aber eine solche Betreuungsmöglichkeit vorhanden ist. Entsprechendes gilt, wenn das Kind eine Ganztagsschule besuchen kann.

*** Beispielsweise deutlich längerer, d. h. nachgewiesen über 12 Stunden je Schultag, Weg zur Sprengelgegenüber der Gastschule.

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