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Elternbefragung im Landkreis Dachau – Was haben die Corona Maßnahmen mit Kindern und Eltern gemacht?

16.11.2021 Mit der Corona-Krise hat sich für alle vieles verändert. Kontakte mussten reduziert werden, Schulen und Kindertageseinrichtungen durften nicht wie gewohnt besucht werden und Kinder hatten auf einmal weniger – zeitweise sogar keine Möglichkeiten sich mit Freunden zu treffen. Um einen Einblick in die spezielle Situation im vergangen Kindergarten-/Schuljahr 2020/21 zu bekommen, hat das kommunale Bildungsmanagement im Landkreis Dachau eine Elternbefragung durchgeführt. Befragt wurden Eltern von Kindern, die im Kindergarten-/Schuljahr 2020/21 eine Kindertageseinrichtung oder Grundschule besucht haben.

v.l.n.r.: Marcos Berdias, Bildungsmonitorer und Dardan Kolic, Bildungsmanager
Elternbefragung

Mit über 1.000 Teilnehmern der zweiwöchigen Umfrage, konnten viele neue Erkenntnisse gezogen werden. Basierend auf der Umfrage wird das kommunale nun mit Expert:innen aus den Kindertageseinrichtungen, den Schulen, der schulpsychologischen Beratungsstelle, der Jugend(sozial)arbeit und weiteren relevanten Stellen im Bildungsbereich diskutieren, die Ergebnissen in der Tiefe zu analysieren und Bedarfe identifizieren.

Alle ausgewerteten, deskriptiven Ergebnisse der Elternbefragung sind auf www.landratsamt-dachau.de/bildungsmanagement ersichtlich. Dort werden alle Angaben auch gesondert für Kindertageseinrichtungen und Grundschulen dargestellt. 

Die Ergebnisse: Folgende Schwerpunkte wurden identifiziert:

  • Beschäftigungssituation der Eltern: Die Schere öffnet sich weiter.
    Die Eltern wurden bezüglich ihrer Ausbildung, Beschäftigungssituation und wie flexible diese während der Corona-Krise war sowie über die subjektive Einschätzung ihres Haushaltseinkommens befragt. So gaben über die Hälfte der Befragten (51%) an, dass sie mit ihrem Haushaltseinkommen bequem leben könnten, 40% „kamen zurecht“ und 8% berichteten, dass sie nur schwer oder sehr schwer mit ihrem Haushaltseinkommen zurechtkamen. Dies war jedoch je nach Familienzusammensetzung unterschiedlich: 22% der Eltern, bei denen der/die Partner:in nicht im Haushalt lebte und 33% der Alleinerziehenden hatten Schwierigkeiten mit ihrem Einkommen.
  • Familien: mehr Streitigkeiten
    In den Familien verbrachten 59% der Eltern genauso viel Zeit und 31% der Eltern verbrachten mehr Zeit mit ihren Kindern als vor der Corona-Krise, jedoch gaben 77% der Familien an eine Zunahme von Schimpfen und Schreien, um Streitigkeiten auszutragen, in ihrer Familie zu erleben.
  • Druck auf die Kinder steigt: emotionale Belastung wächst
    Allgemein verschlechterten sich die emotionalen Aspekte. Wenn man alle emotionalen Aspekte berücksichtigt, die in der Elternbefragung gemessen wurden (Angst, Weinen, Nervosität, Ärger, Traurigkeit, Glück), hat sich laut Angeben der Eltern bei 70% der Kinder mindestens ein emotionaler Aspekt verschlechtert.
    Beispielhaft:
    Ablenkbar/Unkonzentriert (Skala „sehr häufig“ und „häufig“) vor Corona: 11,1%  - während Corona: 35,3%
    Ängste/Furcht (Skala „sehr häufig“ und „häufig“) vor Corona:  4,5%  - während Corona: 28,3%
    Glücklich (Skala „sehr häufig“ und „häufig“) vor Corona: 87,4% - während Corona: 60,1%
    Traurig (Skala „sehr häufig“ und „häufig“) vor Corona: 1,8%  - während Corona: 28,2%
  • Medienverhalten: Nutzung stark angestiegen
    So gaben 70% der befragten Eltern an, dass die Nutzung von Fernsehen, YouTube oder Streamingdiensten bei ihren Kindern während der Corona-Krise (deutlich) häufiger geworden ist, während 53% der Befragten meinten, dass ihre Kinder (deutlich) häufiger am Computer, dem Tablet, dem Handy oder einer Spielkonsole spielen. Von allen Medien durften die Kinder das Tablet am meisten alleine nutzen (40%) und wenn es um die Kommunikation per Telefon, Nachrichten oder Videochat geht, hatten die Kinder häufiger Kontakt zu ihren Großeltern als zu ihren Freund:innen.

Die Umfrage im Detail

In der Elternbefragung, die vom 14. September bis zum 28. September 2021 durchgeführt wurde, haben 1088 Eltern aus allen 16 Landkreisgemeinden und der großen Kreisstadt Dachau teilgenommen. 45,5% der Kinder der befragten Eltern besuchten eine Kindertageseinrichtung während 55,5% eine Grundschule besuchten.

Zwei Dinge standen im Fokus: Zum einen die Belastung von Eltern und Kindern und die Veränderungen im Familienklima. Zum anderen auf die psychosozialen Veränderungen und das Wohlbefinden der Kinder während dieser Zeit.

So wurde der Alltag in den Bereichen Bildung und Betreuung, Freizeit und sozialen Beziehungen der Kinder abgefragt. Gefragt wurde zum Beispiel: Welchen Einfluss hatte der Fernunterricht auf das Familienklima? Inwieweit hat sich die Corona-Krise auf die psychosozialen Aspekte der Kinder ausgewirkt? Welchen Einfluss haben Kontaktbeschränkungen auf das Wohlbefinden der Kinder? Welche Belastungen beobachten die Eltern bei jüngeren und älteren Kindern entsprechend ihrer Lebensumstände während der Corona-Krise?

Der Fragebogen war in drei Themengebiete untergliedert und ausgewertet:

  1. Belastungen bei Eltern und Kindern
  2. Familienklima vor und während der Corona-Krise und
  3. Veränderung des Verhaltens der Kinder vor und während der Corona-Krise.

 

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