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Heimatpreis Bayern für die Dachauer Geschichtswerkstatt

22.06.2022 Eine lebendige Gesellschaft braucht Menschen, die bereit sind, Verantwortung füreinander zu übernehmen und eine Kultur des Miteinander zu entwickeln. Um dieses Miteinander zu würdigen vergibt der Freistaat Bayern den „Heimatpreis Bayern“. In diesem Jahr an die Dachauer Geschichtswerkstatt.

von links nach rechts: Sabine Gerhardus, Bernhard Seidenath, Pia Klimt, Annegret Braun, Ksenija Pointner, Birgitta Unger-Richter, Thomas Schlichenmayer, Stefan Löwl, Toni Jais, Albert Füracker, Inge Bortenschlager, Katharina Axtner
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Am Dienstag, den 21.06.2022 überreichte der bayerische Finanz- und Heimatminister Albert Füracker in der Allerheiligen-Hofkirche der Residenz den Heimatpreis an Repräsentanten der Geschichtswerkstatt: Dr. Annegret Braun (Leitung Geschichtswerkstatt), Toni Jais (Vorsitzender Dachauer Forum, Projektträger), Landrat Stefan Löwl, Dr. Birgitta Unger-Richter (Schirmherrin), Bernhard Seidenath (MdL Landtagsabgeordneter), Dr. Norbert  Göttler (Bezirksheimatpfleger), Ksenija Pointner (VHS Dachauer Land), Sabine Gerhardus (Projektverantwortliche Gedächtnisblätter, Namen statt Nummern) und Heimatforscher in der Geschichtswerkstatt: Thomas Schlichenmayer, Inge Bortenschlager, Katharina Axtner, Anton Mayr und Pia Klimt.

In der Geschichtswerkstatt Dachau erforschen rund 30 Bürger:innen die Heimatgeschichte im Landkreis Dachau. Sie dokumentieren Zeitzeugnisse, erklären historische Entwicklungen und schildern Ereignisse und Zeitläufe, vor allem anhand von Biographien. Dabei arbeiten sie eng mit Museen, Vereinen, Archiven, Schulen, der KZ-Gedenkstätte Dachau und Einrichtungen der Erwachsenenbildung - wie dem Dachauer Forum und den Volkshochschulen - zusammen. Das gemeinsame Ziel ist die Regionalgeschichte zu ergründen und dabei die Verbundenheit mit der Heimat zu fördern.

Der damalige Kreisheimatpfleger Dr. Norbert Göttler gründete die Geschichtswerkstatt vor zwölf Jahren. Das erste Forschungsprojekt war „Nach der Stunde Null“, bei dem die Geschichte des Landkreises Dachau in den Jahren 1945 bis 1949 erstmals zusammenfassend dargestellt wurde. Hier arbeiteten Wissenschaftler und eigens dafür ausgebildete Heimatforscher Hand in Hand an einer einmaligen zeithistorischen Zusammenstellung von Dokumenten und Berichten. Die Ergebnisse wurden in zwei Publikationen und einer Wanderausstellung vorgestellt.

Das dritte Projekt hatte die 50er Jahre zum Thema und wurde von der Kulturwissenschaftlerin Dr. Annegret Braun begleitet. Aktuelle Projekte sind derzeit das von Sabine Gerhardus betreute Projekt „Das Lager und der Landkreis“, bei dem Biographien von KZ-Häftlingen - vor allem von Schüler:innen - erforscht werden. Das Projekt „Arbeitswelten – Geschichten über Handwerk und Gewerbe“ schildert die Entwicklung von der handwerklichen Produktion bis heute anhand von ausgewählten Biographien, darunter vielen Frauen. Ab Herbst 2022 wird ein neues Projekt zur Geschichte des Naturschutzes anlaufen.

Landrat Stefan Löwl gratulierte als einer der ersten: „Der Heimatpreis Bayern wird an Projekte vergeben, welche herausragende Verdienste um die bayerische Heimat zeigen. Sie sollen bayerisches Brauchtum und die bayerische Tradition erhalten, pflegen und fördern und die Verbundenheit mit unserer Heimat stärken. Die Dachauer Geschichtswerkstatt ist dafür ein Paradebeispiel und gibt spannende und immer wieder neue, meist unbekannte oder zumindest unbewusste Eindrücke in das Leben in unserem Landkreis. Gerade im Landkreis Dachau, der sich aufgrund seiner Geschichte als Standort des ersten Konzentrationslagers der besonderen Verantwortung für Aufklärung und Erinnerung bewusst ist, ist die Geschichtswerkstatt eine von Bürger:innen getragene wichtige Einrichtung, die von Anfang an auch vom Landkreis unterstützt wird. Es ist ein schönes und wichtiges Zeichen, dass die Arbeit, die hier vor allem ehrenamtlich geleistet wird, weit über die Landkreisgrenzen anerkannt und gewürdigt wird.“

 

Die aktuellen Ausstellungen der Dachauer Geschichtswerkstatt sind derzeit hier zu sehen:

  • Bis 18. September 2022 „Arbeitswelten“ im Bezirksmuseum in Dachau. Danach im Huttermuseum in Großberghofen ab 9.Oktober 2022. 
  • Das Gedächtnisbuch mit der Angabe aktueller Ausstellungen ist zu finden unter https://www.gedaechtnisbuch.org/ 
  • In „Aus der Geschichtswerkstatt“ schreiben Heimatforscher seit Jahren Beiträge für den Münchner Merkur.

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