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Vorstellung des Ehrenamtsprojekts IMA im Landkreis Dachau

17.01.2017 Integration mit Außenmaß, oder bei uns im Landkreis eben kurz IMA, ist eine unserer größten Herausforderungen für die nächsten Jahre und Jahrzehnte, nicht nur in Deutschland oder Bayern sondern auch ganz konkret hier bei uns vor Ort.

IMA

Das weiß auch das Landratsamt Dachau und so rief Landrat Stefan Löwl auf Vorschlag der Leiterin der erst 2015 geschaffenen "Koordinierungsstelle Bürgerschaftliches Engagement" Martina Tschirge sowie einer Kerngruppe von vier ehrenamtlich engagierten Mitbürgerinnen und Mitbürgern im Frühjahr 2016 das Projekt IMA ins Leben. Dabei handelt es sich um ein modernes, integriertes Hilfsangebot für Menschen, welche dauerhaft in Deutschland bleiben. Es richtet sich also an jeden Neubürger mit Migrationshintergrund, an EU-Bürgerinnen und -Bürger ebenso wie an anerkannte Asylbewerber oder über sonstige Zuwanderungsmöglichkeiten zu uns ziehende Menschen.
Ihnen allen soll die notwendige Integration in Land und Kultur erleichtert werden. Dazu hat das Projektteam, welches neben Martina Tschirge ausschließlich aus ehrenamtlichen Mitgliedern besteht, mehrere innovative Informationsangebote und „Tools“ erarbeitet. Am 12. Januar 2017 konnte das Projektteam diese Ideen und Werkzeuge vorstellen. Mit dabei war Staatsminister Dr. Marcel Huber (der kurzfristig für Wirtschaftsministerin Ilse Aigner eingesprungen ist), Ministerialrat Hilmar Holzner vom Sozialministerium, Landrat Stefan Löwl, der Stimmkreisabgeordnete Bernhard Seidenath, mehrere Bürgermeister sowie kommunale Mandatsträger aus dem Landkreis, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Migrationsberatungsdiensten und auch Interessierte aus Vereinen, von Bildungs- und Sozialpartnern, Unternehmen, den Helferkreisen und zahlreiche weitere Unterstützer, Sponsoren und Interessierte.
Nach einer einführenden Gesamtprojektvorstellung konnten sich alle Besucher mit den verschiedenen Angeboten und Möglichkeiten beschäftigen. Das Projekt gibt nämlich aktuell ein Gerüst, welches nun in Kooperation mit den tatsächlich vor Ort tätigen Personen, den Bedürfnissen der Migrantinnen und Migranten sowie den lokalen Strukturen und Ansprechpartnern „gefüllt wird“. Hierzu werden aktuell in fünf Pilotgemeinden im Landkreis erste Integrationszirkel gegründet.
Neben dem Versuch, die notwendigen Schritte für eine gelingende Integration zu erfassen, zu systematisieren und dann strukturell anzugehen bietet das Projekt viele vereinfachende und standardisierte Hilfen. Aber auch ganz einfach Alltagsinformationen werden hier behandelt. Beispielsweise die Frage: „Wie funktioniert eigentlich ein Fahrkartenautomat oder der Pfandrückgabeautomat?“ Diese und viele weitere Alltagsfragen werden in bis zu 30 Sprachen erklärt.
Integration soll aber auch Spaß machen: Das Projektteam hat sich daher ein spezielles Anreizsystem erdacht. Migrantinnen und Migranten, welche ihre eigene erfolgreiche Integrationsgeschichte gestalten möchten, indem sie sich beispielsweise ehrenamtlich engagieren, können Punkte sammeln. Diese können dann bei regionalen Kooperationspartnern gegen Gutscheine oder Rabatte eingelöst werden
Landrat Stefan Löwl zeigte sich vom Ideenreichtum der Ehrenamtlichen beim Projekt IMA begeistert. An den Infotischen wurden nämlich zahlreiche weitere gute Helferlein und Ideen vorgestellt. So ist beispielsweise eine Smartphone-App in Arbeit, in die all das vorgestellte und hoffentlich noch viel mehr integriert werden soll. Auch ein Übersetzungsstift wurde präsentiert, der auf Knopfdruck Informationen vorliest. Und internationale Kochbücher, Integrationsspiele und ein Integrationspuzzle zeigen, dass wichtige und notwendige Integrationsthemen auch niederschwellig und manchmal sogar spielerisch erfahren und erlernt werden können. Auch Staatsminister Marcel Huber war von dem Projekt begeistert und würde sich freuen, wenn dieser „Baukasten“ auch in vielen der anderen 70 Landkreise sowie 25 kreisfreien Städten in Bayern Anwendung finden könnte. Einen ersten Schritt hat das Projekt mit einer interkommunalen Kooperation mit dem Landkreis Freising bereits getan.
Im IMA Projekt-Team steht daher auch der Spaß am entwickeln, umsetzen und helfen im Vordergrund. Entstanden ist eine Vielzahl von Ideen und Angeboten, die nun gemeinsam genutzt und zusammen weiter entwickelt werden können. Das IMA-Team, Abdallah Hassan, Volker Mai, Gudrun Negele, Michaela Wintermayr-Greck und Martina Tschirge erreichen Sie unter team@ima-dachau.de.