Landratsamt Dachau Landratsamt Dachau
 
Bei Purtlhof
Bei Sigmertshausen
Eschenried
Altomünster
Mohnblumen bei Pellheim

Tierseuchen und tierische Nebenprodukte

Die Bekämpfung von Tierseuchen und vom Tier auf den Mensch übertragbarer Krankheiten (Zoonosen) ist eine wichtige Aufgabe des Veterinäramtes. Hierbei wird es auch durch die im Landkreis tätigen praktischen Tierärzte unterstützt. Voraussetzung zur effektiven Bekämpfung der Tierseuchen ist jedoch, dass die Tierhalter ihrer Verpflichtung zur Meldung ihrer Tierbestände beim Veterinäramt nachkommen. Bitte verwenden Sie hierzu unsere Formblätter:

Da zumindest die großen Tierseuchen auch über verunreinigte Lebensmittel eingeschleppt werden können, hat die Europäische Kommission in der Verordnung (EG) Nr. 206/2009 die Einfuhr von Lebensmitteln tierischen Ursprungs für den persönlichen Gebrauch in die EU unter bestimmte Voraussetzungen gestellt.

Die Durchführung von Bekämpfungsprogrammen im Bereich diverser Tierseuchen wird vom Veterinäramt organisiert, durchgeführt und überwacht. Hierzu zählen derzeit insbesondere die Bekämpfung der BHV1-Infektion (Boviner Herpesvirus), BVD/MD (Bovine Virusdiarrhöe), Varroatose (Bienenseuche) sowie zahlreiche andere Tierseuchen der verschiedenen Tierarten.

Für Tierseuchen, die im Verdachts- und/oder Ausbruchsfall erheblichen wirtschaftlichen Schaden verursachen oder auch Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen haben können, liegen Tierseuchennotstandspläne vor, die ständig auf dem neuesten Stand gehalten werden.

Zur vorbeugenden Tierseuchenbekämpfung gehört auch die Überwachung der Kennzeichnung des Nutzviehs (Rinder, Schafe/Ziegen, Schweine) sowie von Equiden (Pferd, Esel). Diese und die Meldeverpflichtung werden durch Kontrollen vor Ort und über die HI-Tierdatenbank überprüft.

Afrikanische Schweinepest

In Polen (an der Grenze zu Weißrussland), der Ukraine und im Baltikum wurden seit Anfang 2014 Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen, vereinzelt auch bei Hausschweinen, festgestellt. Am 27.06.2017 wurde nun bei zwei tot aufgefundenen Wildschweinen in der Region Zlin, Mähren, ebenfalls ASP nachgewiesen. Nach Angaben der zuständigen Behörden ist die Ansteckung höchstwahrscheinlich auf Reisen von Personen zurückzuführen. Der nächstgelegene ASP-Nachweis in der Ukraine liegt mehr als 400 km entfernt.

Die Afrikanische Schweinepest ist eine hochansteckende Erkrankung der Schweine (Wild- und Hausschwein). Für den Menschen stellt das Virus keine Gefahr dar. Das Virus ist sehr widerstandsfähig. Nicht nur frisches, sondern auch gefrorenes, gepökeltes oder geräuchertes Fleisch sowie Wurstwaren können für Haus- und Wildschweine über lange Zeit infektiös sein, wenn sie unsachgemäß entsorgt werden. Über (Jagd-)Gerätschaften, Kleidung und Fahrzeuge, die aus betroffenen Regionen zurückkehren, könnte das Virus ebenfalls weiterverbreitet werden. Auch Jagdtrophäen von Wildschweinen können ein Verschleppungsrisiko darstellen.

Helfen Sie mit, die weitere Ausbreitung zu verhindern, indem Sie soweit möglich auf Reisen in die betroffenen Regionen verzichten und bei Jagdreisen soweit vorhanden und möglich Jagdausrüstungen verwenden, die Sie vor Ort belassen können. Ansonsten reinigen und desinfizieren Sie alle zur Jagd benutzten Gegenstände (Kleidung, Stiefel, Messer, Waffen etc.) soweit möglich außerhalb des Reviers noch vor dem Verbringen aus der betroffenen Region. Vermeiden Sie nach der Reinigung und Desinfektion eine Neuverschmutzung. Wenn Sie Ihr eigenes Fahrzeug in einer betroffenen Region einsetzen, bemühen Sie sich bitte um eine Reinigung- und Desinfektion des Fahrzeuges vor Ihrer Rückkehr. Entsorgen Sie Lebensmittel aus den entsprechenden Gebieten sicher verpackt über fest verschlossene Müllbehälter. Dass Lebensmittel tierischen Ursprungs nicht im Revier entsorgt werden dürfen, versteht sich sicher von selbst.

Die Jäger werden gebeten, ein vermehrtes Auftreten von Fallwild (Schwarzwild) im Landkreis Dachau dem Landratsamt Dachau, Veterinäramt, zu melden und geeignete Proben (vor allem Blut, Lymphknoten, Milz, Lunge) amtlich abklären zu lassen.

Vogelgrippe

Die Vogelgrippe (oder Geflügelpest, aviäre Influenza) wurde in den letzten Jahren immer wieder in ganz Deutschland festgestellt, außerdem in anderen europäischen Ländern. Im Winter 2016 herrschte in Deutschland die hochpathogene Aviäre Influenza des Subtyps H5N8 (Stand: November 2016), die bei einem Ausbruch zur Tötung der betroffenen Bestände führt.

Besonders gefährdet für das Virus sind Hühnervögel, Gänsevögel, Möwenartige, Greifvögel, Lappentaucherartige, Schreitvögel und Regenpfeiferartige. Verendet aufgefundene Tiere dieser Gattungen müssen dem Veterinäramt Dachau (08131/74-1446) oder der Polizeiinspektion Dachau (08131/561-0) auf jeden Fall gemeldet werden.

Enten und Gänse dürfen auf einem Geflügelmarkt nur ausgestellt werden, soweit längstens 7 Tage vor der jeweiligen Veranstaltung Proben von 60 Tieren des jeweiligen Bestandes virologisch mit negativem Ergebnis auf hochpathogenes Influenzavirus untersucht worden sind. Werden weniger als 60 Tiere gehalten, sind alle Tiere zu untersuchen. Dies gilt nicht, wenn die Enten und Gänse zusammen mit Hühnern oder Puten gehalten werden, die dazu dienen, die Einschleppung oder Verschleppung der Geflügelpest frühzeitig zu erkennen und dies dem zuständigen Veterinäramt angezeigt wurde.

Bei früheren Ausbrüchen der Vogelgrippe wurde festgestellt, dass die meisten Tierbesitzer ihre Tiere nicht beim Veterinäramt angezeigt hatten. Wir weisen darauf hin, dass nur für gemeldete und in der Tiereuchenkasse versicherte Tiere im Falle der Vogelgrippe Entschädigung gezahlt wird. Die Haltung von Geflügel ist nach § 26 Abs. 1 Satz 1 der Viehverkehrsverordnung anzeigepflichtig beim Veterinäramt. Zudem ist sie registrierungspflichtig, d.h. für die Haltung ist beim zuständigen Amt für Landwirtschaft und Forsten eine Betriebsnummer zu beantragen. Dies gilt auch für eine Hobbyhaltung von Geflügel.

Von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Geflügelpest/Vogelgrippe vergehen je nach Virus-Typ wenige Stunden bis Tage. Die Erkrankung mit offensichtlichen Anzeichen dauert in einer Herde etwa eine Woche, allerdings kann das Virus von überlebenden Tieren bis zu 30 Tage ausgeschieden werden. Symptome bei Geflügel sind Apathie, stumpfes, gesträubtes Federkleid, hohes Fieber, Verweigerung von Futter und Wasser. Manche Tiere zeigen Atemnot oder Niesen und haben Ausfluss aus Augen und Schnabel. Es kommt zu wässrig-schleimigem grünlichen Durchfall, abnorme Kopfhaltung, Blutstauungen oder Unterhautblutungen mit blauroter Verfärbung an Kopfanhängen und Füßen und Aussetzung der Legeleistung oder dünne, verformte Eier. Die Sterberate bei Hühnern und Puten ist sehr hoch. Dagegen erkrankten Enten und Gänsen nicht so schwer und die Krankheit führt nicht immer zum Tod. Manchmal leiden die Tiere nur an einer Darminfektion, die äußerlich fast unauffällig verläuft, und zentralnervöse Störungen (abnorme Kopfhaltung). Nach Auskunft des Friedrich-Loeffler-Institutes gab es bisher weltweit noch keine einzige Übertragung von H5N8 auf einen Menschen.

Weitere Informationen

Schutzmaßnahmen für Geflügelhalter bei Vogelgrippe

Das Risiko einer Einschleppung der Vogelgrippe in Nutzgeflügelbestände ist permanent vorhanden Nachweise bei Wildvögel zeigen die fortwährende Präsenz des Geflügelpesterregers in der Wildvogelpopulation an. Es gilt, alle Anstrengungen zu unternehmen, das Risiko einer Ansteckung des Wirtschaftsgeflügels zu minimieren:

Folgende Schutzmaßnahmen sollten Sie daher ab sofort konsequent ein- und durchführen:

  • Halten Sie das Aufstallungsgebot strikt ein, wo es gefordert wird.
  • Beachten Sie das Verbot der Verfütterung von Speise- und Küchenabfällen, auch Eierschalen.
  • Beschaffen Sie sich ausreichende Mengen eines Desinfektionsmittel laut Liste der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft e.V., welches gegen die Viren der Geflügelpest wirksam ist ( = "viruzid") . Beachten Sie unbedingt bei der Anwendung die Angaben des Herstellers zur Einwirkzeit und Konzentration. Über entsprechende Mittel können Sie sich auch auf den Seiten der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft e.V. oder im Landhandel informieren.
  • Verbieten Sie allen betriebsfremden Personen den Stallzutritt!!
    Nur die Personen, die die Tiere unmittelbar versorgen, dürfen mit betriebseigener Schutzkleidung (Overall und Stiefel) in den Stall. Die Schutzkleidung darf nur unmittelbar vor Betreten der Stallungen angelegt werden und nicht außerhalb der Stallungen, z.B. bei anderen Arbeiten im Hof oder auf dem Feld getragen werden. Diese Schutzkleidung ist regelmäßig heiß zu waschen, das Schuhwerk gründlich zu reinigen und zu desinfizieren.
  • Tierarzt und Personen, die bei der Ein- und Ausstallung helfen, sollten ebenfalls unmittelbar vor Betreten des Stalls saubere betriebseigene Schutzkleidung oder Einmalschutzkleidung anlegen. Betriebseigene Kleidung sind unverzüglich nach jedem Gebrauch heiß zu waschen bzw. Einmalschutzkleidung ist sicher zu entsorgen (10 Min. in Desinfektionslösung o. Verbrennung). Schuhwerk ist zu reinigen und zu desinfizieren.
  • Richten Sie vor den Stallungen und an den Gehöfteingängen bzw. Gehöftausgängen Desinfektionsmatten oder Desinfektionswannen in ausreichender Größe und Anzahl ein. Das Desinfektionsmittel ist regelmäßig zu erneuern, da es durch Verschmutzung seine Wirksamkeit verliert.
  • Reinigen und Desinfizieren Sie die Flächen, insbesondere den unmittelbare Eingangsbereich vor den Stallungen und den Verladeplatz regelmäßig, vor allem auch nach Ein- und Ausstallungen.
  • Bewahren Sie Einstreu und Futter so auf, dass eine Verunreinigung durch Wildvögel sicher vermieden wird.
  • Reinigen und Desinfizieren Sie die Räder und Unterseite von Fahrzeugen, soweit sie in den Stallungen eingesetzt werden, vor und nach jedem Einsatz. Dies gilt auch für die übrigen Gerätschaften, die in dem Stall oder bei der Auf- bzw. Ausstallung zum Einsatz kommen.
  • Reinigen und desinfizieren Sie betriebseigene Fahrzeuge, die für Geflügeltransporte verwendet werden, unmittelbar nach Abschluss des Transportes auf einem befestigten Platz.
  • Reinigen und desinfizieren Sie die Stallungen und Einrichtungen nach jeder Ausstallung gründlich.
  • Achten Sie besonders auf Händereinigung.
  • Bekämpfen Sie konsequent Schadnager.

Mit diesen Maßnahmen können Sie erheblich dazu beitragen, den Infektionsdruck auf Ihren Stall zu senken. Sie könnten damit durchaus eine Infektion Ihres Geflügels verhindern!

Vorgeschriebene Untersuchungen
Treten in 24 Stunden erhebliche Verluste oder erheblichen Veränderungen der Legeleistung oder der Gewichtszunahmen auf, so ist die Ursache durch einen Tierarzt feststellen zu lassen und dabei auch auf das Virus der Subtypen H5 und H7 zu untersuchen.

"Vermehrter Verlust" liegt vor:

  • Bei einer Bestandsgröße bis zu 100 Tieren: wenn 3 oder mehr Tiere verenden.
  • Bei einer Bestandsgröße von über 100 Tieren: wenn 2 % oder mehr Tiere verenden.


Gesundheitsschutz für Sie und Ihre Mitarbeiter
Wir empfehlen Ihnen dringend, Schutzkleidung (einschließlich Schutzmaske, -brille und Handschuhe) in ausreichendem Umfang bereit zu halten. Im Falle des Ausbruches der Geflügelseuche in Ihrem Bestand sind Sie und Ihre Mitarbeiter dem Erreger in besonderem Maße ausgesetzt
.

Bienenkrankheiten

Seit Jahren sind die Bienenvölker überregional in hohem Maße mit Varroamilben durchseucht. Die Varroamilbe ist ein Parasit. Bei Befall mit diesem Parasiten werden adulte Bienen in ihrer Leistungs- und Lebensfähigkeit beeinträchtigt und können ihre Aufgaben im Stock nicht wahrnehmen. Ohne Bekämpfung kann der Milbenbefall zur Schwächung und schließlich zum Untergang des gesamten Bienenvolkes führen. Ohne entsprechende Behandlung ist eine weitreichende Gefährdung der Bienenpopulation bzw. Ausbreitung der Varroamilbe zu erwarten. Eine Ansteckung zwischen den Bienenvölkern durch den Bienenflug bzw. ein Eintrag der Varroamilbe aus anderen Völkern ist bei der gegebenen Seuchenlage jederzeit möglich. Gemäß § 15 Abs. 1 Bienenseuchenverordnung hat der Besitzer alle Bienenvölker des Bienenstandes jährlich gegen Varroatose zu behandeln.

Nach Auskunft des Fachzentrums für Bienen der bayer. Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau sind in der Vergangenheit wiederholt Fälle der Amerikanischen Faulbrut (AFB) in der näheren Umgebung von Honig lagernden und behandelnden Betrieben aufgetreten. Offen gelagerte Honigbehälter stellen hierbei die Infektionsquelle dar. Es wird darauf hingewiesen, dass die offene Lagerung gegen § 2 Abs. 2 der Bienenseuchen-Verordnung verstößt.

Blauzungenkrankheit

Die Blauzungenkrankheit oder Bluetongue (BT) ist bis 2006 in Deutschland noch nie aufgetreten, in Südeuropa kam es jedoch in den früheren Jahren immer wieder zu Ausbrüchen. Im August 2006 wurde in Deutschland der erste Fall von Blauzungenkrankheit des Serotyps 8 (BTV-8) festgestellt. Trotz Behandlung der Tiere mit Insektiziden oder Handelsbeschränkungen breitete sich die Tierseuche rasant in ganz Deutschland und den Nachbarstaaten aus. Erst mit der ab Mai 2008 begonnenen Pflichtimpfung ging die Anzahl der festgestellten Neuinfektionen stetig und rapide zurück. Im Jahr 2010 wurde kein einziger Fall mehr festgestellt, deshalb wurde die Impfung gegen die Blauzungenkrankheit 2010 auf freiwillige Basis umgestellt. Seit 2012 war Deutschland anerkannt BT-frei. Seit Beginn 2016 breitet sich die anzeigepflichtige Tierseuche in Frankreich (BTV-8) aus, ein Serotyp 4 (BTV-4) breitet sich vom Balkan über Rumänien, Ungarn, Slowenien und Österreich nach Nordwesten aus.

Mit Allgemeinverfügung vom 24.05.2016 hat das Landratsamt Dachau die freiwillige Impfung von empfänglichen Tieren im Landkreis Dachau gegen die Blauzungenkrankheit genehmigt.

Bei der Blauzungenkrankheit handelt es sich um eine Virusinfektion, die ausschließlich durch Insekten übertragen wird, nicht durch Tierkontakt. Ursache ist ein Orbivirus, von dem 24 Serotypen bekannt sind, die unterschiedliche Virulenz und Verbreitung aufweisen. Die natürliche Übertragung erfolgt nur durch biologische Vektoren (verschiedene Mückenarten, hauptsächlich Culicoides-Arten, auf Deutsch Gnitzen). Warmes und feuchtes Klima begünstigt das Überleben der Mücken und fördert deren explosionsartige Vermehrung (Globale Erwärmung). Mücken können auch durch starke Winde über weite Strecken aus Endemiegebieten in noch nicht befallene Gebiete transportiert werden. Infizierte, aber nicht erkrankte Tiere können eine über Wochen andauernde Virämie (beim Rind bis zu 6 Wochen) aufweisen und so ein Virusreservoir bilden. Auch im Vektor (Mücken) findet eine effektive Virusvermehrung statt.

In der Regel entwickeln sich nur bei Schafen schwere klinische Symptome. Eine schwere Allgemeinerkrankung mit hoher Mortalität (ca. 30 %) tritt dabei vor allem bei europäischen Schafrassen auf. Verschiedene Haus- und Wildwiederkäuerrassen sind zwar empfänglich für die Infektion, sie verläuft jedoch meist klinisch unauffällig. Bei dem Seuchengeschehen des Serotyp 8 sind überraschenderweise überwiegend Rinder mit schweren klinischen Symptomen betroffen, daneben auch Schafe sowie Wildwiederkäuer. Die Inkubationszeit beträgt 3 -15 Tage. Die Tierseuche äußert sich mit Fieber, Apathie, geröteten und geschwollenen Mundschleimhäuten und starkem Speichelfluss. 8 - 10 Tage nach der Infektion können die Tiere sterben. Die typischerweise auftretende Blaufärbung der Zunge hat der Krankheit ihren Namen gegeben.

Für Menschen ist die Tierseuche ungefährlich. Fleisch- und Milchprodukte können bedenkenlos verzehrt werden.

Zur Bekämpfung eines möglichen Ausbruchs sind strenge Maßnahmen festgelegt, da jeder Ausbruch eine ernste Gefahr für die Tierhaltung in der betroffenen Region darstellt. Unter Berücksichtigung der geographischen, klimatischen und epizootiologischen Bedingungen sind ein Gefährdungsgebiet mit einem Radius von mindestens 20 km, ein Sperrgebiet mit einem Radius von mindestens 100 km sowie ein Beobachtungsgebiet von weiteren 50 km festzulegen. Aus diesen Gebieten heraus dürfen Wiederkäuer nicht bzw. nur unter Auflagen verbracht werden. Innenhalb der Gebiete gelten u.a. besondere Untersuchungspflichten. Eine Tötung erkrankter Tiere ist nicht notwendig, außer aus Tierschutzgründen. Um die Tiere zu schützen, sollten Wiederkäuer in Gebieten, in denen die Blauzungenkrankheit vorkommt, aufgestallt werden. Soweit eine Aufstallung nicht möglich ist, ist eine Behandlung mit Insektiziden/Repellentien erforderlich.

Alle aufklappen

Auch die sichere Entsorgung von tierischen Nebenprodukten (Schlacht- und Speiseabfälle, Kadaver) stellt eine Maßnahme zur vorbeugenden Tierseuchenbekämpfung dar. Für den Landkreis Dachau ist hierfür die Tierkörperbeseitigungsanstalt in Kraftisried zuständig.

Kadaver von Heimtieren dürfen unter den nachfolgend genannten Voraussetzungen selbst beseitigt werden:

Bei den Tierseuchen wird zwischen "kleinen" und "großen" Tierseuchen unterschieden. Bei den "kleinen" Tierseuchen müssen maximal die erkrankten Tiere getötet werden, bei den "großen" (Maul- und Klauenseuche, Schweinepest, Geflügelpest/Vogelgrippe) werden die betroffenen Bestände für längere Zeit (mindestens 30 Tage) gesperrt und es müssen ein Sperrbezirk (mindestens 3 km) sowie ein Beobachtungsgebiet (mindestens 10 km) eingerichtet werden. Im Sperrbezirk bleiben alle Betriebe während derselben Zeit wie der Ausbruchsbestand gesperrt, die Fristen für das Beobachtungsgebiet sind etwas kürzer. Während der Sperre dürfen Tiere weder in den Bestand noch aus dem Bestand (auch nicht zum Schlachten) verbracht werden.

Überwachung von Biogasanlagen

Die Überwachung des Betriebs von Biogasanlagen gehört im Rahmen der Tierseuchenbekämpfung ebenfalls zu den Aufgaben des Veterinäramtes. Für die Zulassung des Betriebes einer Biogasanlage ergibt sich folgendes Ablaufschema:

  1. Antragstellung beim Bauamt und gesonderte Information des Veterinäramtes über den beabsichtigten Bau einer Biogasanlage
  2. Mitteilung an den Bauherrn mit den zu erfüllenden Auflagen einschl. Aufforderung zur Mitteilung der geplanten Inbetriebnahme der Biogasanlage
  3. Betriebsbegehung durch das Veterinäramt
  4. Ggf. befristete Zulassung zur Erfüllung noch nicht umgesetzter Auflagen oder unbefristete Zulassung
Alle aufklappen

Weitere Informationen

Wir sind für Sie da

Name Telefon Telefax Zimmer E-Mail
Dr. Thomas Licko
Sachgebietsleiter
(08131) 74-1445 (08131) 74-1451 Dr.-Hiller-Str. 36, Zi. E14 veterinaeramt@lra-dah.bayern.de
Dr. Anita Sprick-Sanjosé Messing
Stellvertretende Sachgebietsleiterin
(08131) 74-1446 (08131) 74-1451 Dr.-Hiller-Str. 36, Zi. E13 veterinaeramt@lra-dah.bayern.de
Sabine Märkl
Verwaltung
(08131) 74-1446 (08131) 74-1451 Dr.-Hiller-Str. 36, Zi. E10 sabine.maerkl@lra-dah.bayern.de
Josef Obermüller
Veterinärassistent
(08131) 74-1450 (08131) 74-1451 Dr.-Hiller-Str. 36, Zi. E10 josef.obermueller@lra-dah.bayern.de

Vollzug des Tierseuchenrechts

Name Telefon Telefax Zimmer E-Mail
Dagmar Bauer
Ansprechpartnerin
(08131) 74-486 (08131) 7411-486 E24 dagmar.bauer@lra-dah.bayern.de

Hier finden Sie uns

Landratsamt Dachau, Veterinäramt und Lebensmittelüberwachung

Dr.-Hiller-Straße 36
85221 Dachau
Adresse in Google Maps anzeigen
Telefon: (08131) 74-1446
Fax: (08131) 74-1451

Öffnungszeiten

Montag: 08:00 - 12:00 Uhr
Dienstag: 08:00 - 12:00 Uhr
Mittwoch: 08:00 - 12:00 Uhr
Donnerstag: 08:00 - 12:00 Uhr und
14:00 - 18:00 Uhr
Freitag: 08:00 - 12:00 Uhr